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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

05.10. - 08.10.2011, München

Lerntyp und muskuloskelettales Ultraschall-Training: Lohnt sich dessen Kenntnis?

Vortrag

  • author presenting/speaker Bennet Carow - RWTH Aachen, Klinik für Unfallchirurgie, Aachen, Deutschland
  • author Felix Hoffmann - RWTH Aachen, Klinik für Unfallchirurgie, Aachen, Deutschland
  • author Saskia C. Mooij - Bethlehem-Krankenhaus, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Stolberg / Aachen, Deutschland
  • author Ralf Münker - Bethlehem-Krankenhaus, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Stolberg / Aachen, Deutschland
  • author Rauf Aliyev - Bethlehem-Krankenhaus, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Stolberg / Aachen, Deutschland
  • author Wolf Drescher - RWTH Aachen, Klinik für Orthopädie, Aachen, Deutschland
  • author Hans-Christoph Pape - RWTH Aachen, Klinik für Unfallchirurgie, Aachen, Deutschland
  • corresponding author Matthias Knobe - RWTH Aachen, Klinik für Unfallchirurgie, Aachen, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). München, 05.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gma045

DOI: 10.3205/11gma045, URN: urn:nbn:de:0183-11gma0457

Veröffentlicht: 26. September 2011

© 2011 Carow et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Die Berücksichtigung von unterschiedlichen Lerntypen bei der Konzipierung von universitärer Lehre könnte eine Chance zur Optimierung des individuellen Lernerfolgs unter den Studierenden darstellen. Gerade hinsichtlich der Vermittlung von manuell anspruchsvollen skills, wie im Bereich des muskuloskeletalen Ultraschalls (MSUS), könnte eine Implementierung von Lehrangeboten mit unterschiedlicher didaktischer Schwerpunktsetzung den Lernprozess ökonomisieren und das Outcome verbessern. Das Ziel der Studie war die Erfassung des theoretischen und praktischen Lernerfolgs im MSUS in Abhängigkeit der unterschiedlichen Lerntypen (nach Kolb: Divergierer, Assimilierer, Konvergierer, Akkomodierer) im Rahmen eines kleingruppenbasierten Intensivkurses.

Methoden: Es wurden im SS/WS 2010 56 Studenten (m=21, w=35, Semester=5.9) im Rahmen eines Wahlkurses „Sonographie am Bewegungsapparat“ unterrichtet. Die Größe der Unterrichtsgruppen betrug max. 10 (5 pro Gerät) Studierende. Der Unterricht umfasste 4 Termine bezüglich der Regionen Schulter, Ellenbogen und Knie, mit einem Theorie-Teil und dem Üben der jeweiligen Standard-Schnitte der DEGUM. Die Pathologie wurde als Vorlesung mit Patientenvorstellung am 5. Termin dargeboten. Der Wissenszuwachs wurde zunächst als theoretische Prüfung (MC, max. 15 Punkte, pre-post-Design, Punktabzug bei Falschantwort), jedoch auch als praktische Prüfung (objective structured clinical examination; OSCE) eine Woche nach dem Unterricht abgefragt. Die Print-Bilder wurden von drei externen Gutachtern nach einem zuvor festgelegten Schema bewertet (OSCE-Score: max. 41 Punkte, post-Design). Parallel zum Kurs waren die Studenten angehalten an einer Online-umfrage (Selbsttest) zur Einordnung ihres Lerntyps nach Kolb teilzunehmen.

Ergebnisse: Gemäß der Selbsteinschätzung bildeten sich folgende 4 Lerntypgruppen: Konvergierer (Ko; m=13, w=9, Semester=6.0), Assimilierer (As, m=4, w=14, Semester=6.1), Akkomodierer (Ak; m=2, w=9, Semester=5.6) und Divergierer (Di; m=2, w=3, Semester=5.2). Bei identischen Pretest-Ergebnissen zeigte die pre-post-Auswertung der MSUS-Theorie in allen Gruppen einen positiven Lernprogress, jedoch ohne signifikanten Unterschied: Ko 2.6 vs. As 1.0 vs. Ak 2.0 vs. Di 2.0; p=0.287. Der OSCE-Score war ebenso zwischen den Gruppen nicht verschieden (Ko 24.8 vs. 24.4 vs. Ak 25.0 vs. Di 23.8; p=0.979).

Schlussfolgerung: Die verschiedenen Lernstile nach Kolb (konkrete Erfahrung, reflektierendes Beobachten, aktives Experimentieren und abstrakte Begriffsbildung) haben nach den vorliegenden Daten keinen Einfluss auf den Lernerfolg im Rahmen manuell anspruchsvoller skills wie dem MSUS. Eine Weiterführung der Studie zur Erhöhung der Fallzahlen unter Nutzung weiterer Lerntyp-Modelle erscheint sinnvoll [1], [2], [3].


Literatur

1.
Knobe M, Münker R, Sellei RM, Hoschen M, Mooij SC, Schmidt-Rhlfing B, Niethard FU, Pape HC. Peer teaching: a randomised controlled trial using student-teachers to teach musculoskeletal ultrasound. Med Educ. 2010;44(2):148-155. DOI: 10.1111/j.1365-2923.2009.03557.x Externer Link
2.
Knobe M, Sellei RM, Maus U, Mooij SC, Gradl G, Sopka S, Niethard FU, Pape HC. Undergraduate curricular training in musculoskeletal ultrasound: the impact of preexisting anatomic knowledge. Z Orthop Unfall. 2010;148(6):685-690. DOI: 10.1055/s-0030-1250378 Externer Link
3.
Backhaus M, Burmester GR, Gerber T, Grassi W, Machold KP, Swen WA, Wakefild RJ, Manger B. Working Group for Muskuloskeletal Ultrasound in the EULAR Standing Committee on International Clinical Studies including Therapeutic Trails. Guidelines for muskuloskeletal ultrasound in rheumatology. Ann Rheum Dis. 2001;60(7):641-649. DOI: 10.1136/ard.60.7.641 Externer Link