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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

05.10. - 08.10.2011, München

Heidelberger Studentische Ausbildungsambulanz in der Inneren Medizin (HeiSAmed): Ein strukturiertes Ausbildungscurriculum für Medizinstudierende während des laufenden Betriebes einer allgemeinen internistischen Ambulanz an einem Universitätsklinikum

Vortrag

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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). München, 05.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gma016

DOI: 10.3205/11gma016, URN: urn:nbn:de:0183-11gma0168

Veröffentlicht: 26. September 2011

© 2011 Schultz et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Für eine realitätsnahe Ausbildung im Fach Humanmedizin spielt der direkte Patientenkontakt eine wesentliche Rolle. Neben Erfahrungen im stationären Setting ist für die zukünftige medizinische Tätigkeit auch der Erstkontakt zu Patienten, wie er in der Ambulanz eines Krankenhauses Realität ist, wichtig. Dazu wird an der Klinik für Allgemeine Klinische und Psychosomatische Medizin des Universitätsklinikums Heidelberg in einem Pilotprojekt Studierenden (n=42) des sechstens Fachsemesters Humanmedizin die Möglichkeit gegeben, unter Supervision den Erstkontakt zu einem Ambulanzpatienten herzustellen.

Methoden: Dieses Ausbildungsprojekt im „Eins-zu-eins Kontakt“ findet während des Sommersemesters 2011 im Rahmen des täglichen Routinebetriebes der Allgemeinen Internistischen Ambulanz der o.g. Klinik statt. Dazu wird an einem Tag in der Woche die Ambulanz-Logistik auf das Projekt umstrukturiert und abgestimmt. Der Patient wurde dabei im Vorfeld über das Projekt informiert. Während einer Vorbereitungsphase bearbeitet der Studierende die mitgebrachten Unterlagen des bisher unbekannten Patienten, baut den Kontakt zu dem Patienten auf, gestaltet ein strukturiertes Anamnesegespräch, führt dann eigenständig eine körperliche Untersuchung durch und erstellt aufgrund der erhobenen Befunde einen Vorschlag für das weitere diagnostische Procedere sowie eine Verdachtsdiagnose. Der Studierende wird während des Anamnesegespräches durch einen erfahrenen Ambulanzarzt/Dozent von einem Beobachtungsraum mit einer verspiegelten Einweg-Scheibe aus beobachtet, sodass seitens des Studierenden ungestört der Patientenkontakt aufgenommen werden kann. Im Anschluss an die Anamnese betritt der Dozent das Behandlungszimmer und ergänzt ggf. offen verbliebene Fragestellungen. Im Weiteren supervidiert er die körperliche Untersuchung durch den Studierenden direkt am Patienten und greift ggf. unterstützend ein. Abschließend erhält der Studierende zu beiden Teilen ein strukturiertes Feedback durch den Ambulanzarzt/Dozenten und es erfolgt eine gemeinsame Besprechung der Befunde und Planung des weiteren Procedere. Der Patient wird in der Folgezeit von dem Ambulanzarzt/Dozent routinemäßig weiter behandelt. Der Studierende kann die weitere Patientenversorgung auch über dieses Projekt hinaus mitverfolgen und ggf. einen ausführlichen Patientenbericht schreiben.

Fokusgruppen mit Studierenden im Vorfeld und im Anschluss an das Projekt dienen der qualitativen Auswertung zu Erwartungshaltung und Outcome. Darüber hinaus geben die Studierende anhand von Fragebogen Selbsteinschätzungen zu ihrer Gesprächs- und klinischen Untersuchungskompetenz vor und nach dem Patientenkontakt an. Eine detaillierte Fremdevaluation der studentischen Gesprächsführungs- sowie der klinisch-praktischen Kompetenzen durch den Dozenten runden die Beurteilung ab. Darüber hinaus werden die Ergebnisse der HeiSA-Teilnehmer in einem Semesterabschluss-OSCE bzgl. Gesprächsführung und körperlicher Untersuchung mit denen der nichtteilnehmenden Studierenden (n=146) desselben Fachsemesters verglichen.

Ergebnisse: In unserem Beitrag werden wir über Details des Konzeptes, die Probleme bei der Implementierung in den klinischen Routinebetrieb sowie erste Auswertungsergebnisse berichten.

Schlussfolgerung: Der hohe organisatorische und personelle Aufwand für dieses Ausbildungskonzept muss sorgfältig gegenüber dem Outcome abgewogen werden.