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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

05.10. - 08.10.2011, München

Wie nachhaltig ist Peer-assisted Learning bei anspruchsvollen praktischen Skills?

Vortrag

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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). München, 05.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gma013

DOI: 10.3205/11gma013, URN: urn:nbn:de:0183-11gma0138

Veröffentlicht: 26. September 2011

© 2011 Knobe et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Peer-Teaching verfolgt das Ziel, Studenten frühzeitig mit Lehraufgaben zu betrauen und stellt eine Intensivierungsmöglichkeit der praktischen Ausbildung dar. Durch dieses innovative Lehrkonzept kann dem bestehenden Personal- und Ressourcenmangel universitätsmedizinischer Einrichtungen entgegengesteuert werden und Lehre auf hohem Niveau gesichert werden. Ein entscheidender Indikator für Lehrqualität ist die Nachhaltigkeit des vermittelten Wissens. Ziel der Studie war die Erfassung des verbliebenen Wissenstandes ein Jahr nach Training der Schultersonographie, vergleichend nach Peer-Teaching sowie nach ärztlicher Lehre.

Methoden: Im Rahmen des Modellstudienganges Medizin wurden zwischen dem SS 2007 und dem SS 2008 43 Studenten (m=12, w=31; Alter=23,3 Jahre; Semester=6,9) in diese prospektive Studie aufgenommen. Nach zufälliger Einteilung zur „Studentengruppe“ (SG; n=24) sowie „Doktorengruppe“ (DG; n=19) wurde den freiwilligen studentischen „Dozenten“ eine kurze Einführung in die Bedienung des Sonographiegerätes sowie eine einwöchige Vorbereitungszeit mit entsprechender Lektüre gegeben. Die Größe der Unterrichtsgruppen betrug max. 10 (5 pro Gerät) Studierende. Der Unterricht umfasste 2 Termine mit einem Theorie-Teil und dem Üben der 6 Standard-Schnitte der DEGUM sowie zweier Zusatz-Schnitte in Innenrotation (EULAR). Das Erlernte wurde zunächst als theoretische Prüfung (MC, max. 10 Punkte), jedoch auch als praktische Prüfung (objective structured clinical examination; OSCE) eine Woche (p1) nach dem Unterricht abgefragt. Die Print-Bilder wurden von drei externen Gutachtern nach einem zuvor festgelegten Schema bewertet (OSCE-Score: max. 38 Punkte). Nach durchschnittlich 11,4 Monaten (p2) wurden die Studierenden auf identische Weise geprüft.

Ergebnisse: Die Abfrage der Theorie zur Schultersonographie mittels MC-Fragen zeigte bei beiden Gruppen einen Wissensabfall (p1 vs. p2; Punkte): SG (6,3 vs. 4,5; p=0,002) und DG (6,1 vs. 4,0; p=0,006). Der OSCE-Score (p1 vs. p2; Punkte) verringerte sich für die SG (17,7 vs. 13,3; p=0,008), während die DG (17,9 vs. 15,0; p=0,185) das Niveau etwas besser halten konnte. Die mittlere Zeit für die Einstellung eines „optimalen“ Bildes blieb bei beiden Gruppen konstant (p1 vs. p2; Sekunden): SG (37,0 vs. 34,0; p=0,420) und DG (34,5 vs. 28,9; p=0,335). In beiden Prüfungen (p1 und p2) konnten weder im praktischen noch im theoretischen Teil signifikante Unterschiede zwischen der SG und der DG nachgewiesen werden.

Schlussfolgerung: Peer-Tutoren können komplexe praktische Fähigkeiten wie die Schultersonographie vermitteln und damit Ärzte hinsichtlich der Lehre entlasten. Bezüglich der Nachhaltigkeit in der Vermittlung von praktischen „skills“ scheint die ärztliche Lehre dennoch vorteilhafter zu sein. Begleitende theoretische Inhalte geraten schnell in Vergessenheit, unabhängig, ob sie von erfahrenen Ärzten oder von instruierten Studenten weitergeben werden [1], [2].


Literatur

1.
Knobe M, Münker R, Sellei RM, Holschen M, Mooij SC, Schmidt-rohlfing B, Niethard FU, Pape HC. Peer teaching: a randomised controlled trial using student-teachers to teach musculoskeletal ultrasound. Med Educ. 2010;44(2):148-155. DOI: 10.1111/j.1365-2923.2009.03557.x Externer Link
2.
Knobe M, Sellei RM, Maus U, Mooij SC, Gradl G, Sopka S, Niethard FU, Pape HC. Undergraduate curricular training in musculoskeletal ultrasound: the impact of preexisting anatomic knowledge. Z Orthop Unfall. 2010;148(6):685-690. DOI: 10.1055/s-0030-1250378 Externer Link