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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Digitale Lernkarten - von Studenten für Studenten

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  • corresponding author presenting/speaker Volker Brand - LMU München, Medizinische Klinik, München, Deutschland
  • Sylvère Störmann - LMU München, Medizinische Klinik, Schwerpunkt Medizindidaktik, München, Deutschland
  • Inga Hege - LMU München, Medizinische Klinik, Schwerpunkt Medizindidaktik, München, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma223

DOI: 10.3205/10gma223, URN: urn:nbn:de:0183-10gma2239

Veröffentlicht: 5. August 2010

© 2010 Brand et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund und Fragestellung: Studierende aller Fachrichtungen nutzen seit langem Lernkarten zur Wiederholung und Vorbereitung auf Prüfungen. Eine zeitgemäße Weiterentwicklung davon ist die Verwendung von digitalen Lernkarten. Diese bieten zahlreiche Vorteile:

  • bessere Aktualisierungsmöglichkeiten,
  • erleichterten Austausch mit Kommilitonen,
  • Möglichkeiten zur Integration von Interaktivität,
  • Nutzung audio-visueller Medien,
  • geringere Gefahr von Verlust bzw. Beschädigung und
  • Möglichkeiten der kollaborativer Weiterentwicklung der Inhalte.

Aus einer studentischen Initiative zur Erstellung digitaler Lernkarten entstand an der Medizinischen Fakultät der LMU München ein Gemeinschaftsprojekt von Studierenden und Experten aus Medizin, Didaktik und Informatik.

Ziel des Projektes ist, einen Pool von Lernkarten zu erstellen und allen Studierenden zur Verfügung zu stellen.

Untersucht werden Akzeptanz und Nutzerverhalten der Studierenden sowie Möglichkeiten zur Integration in das Curriculum.

Methodik: Als technische Plattform dient die Open-Source-Applikation jMemorize (http://jmemorize.org/), ein Programm zum Verfassen und Lernen mit Karten basierend auf dem Lernkartei-System nach Leitner [1]. Diese Software wurde von uns erweitert, um sie besser auf die Bedürfnisse von Medizinstudenten abzustimmen.

Vor Projektbeginn lagen bereits Inhalte aus allen Fächern nach §27 ÄAppO vor. Diese wurden in der Pilotphase des Projektes von einer Gruppe von 15 Studierenden überarbeitet und mit Lernzielen versehen.

Dadurch können diese Studierenden sich auf ihr Examen vorbereiten, die Applikation auf Benutzerfreundlichkeit testen und die Inhalte aktualisieren, so dass sie anschließend allen Studierenden zur Verfügung gestellt werden können.

Ein Forum erleichtert Diskussionen inhaltlicher und technischer Natur zwischen den beteiligten Studenten, der Projektleitung und dem Programmierer.

Die Benutzerfreundlichkeit und das Nutzungsverhalten werden sowohl in der Pilotphase, als auch bei der Bereitstellung für alle Studierenden durch einen Fragebogen evaluiert.

Ergebnisse: Nach Ende der Pilotphase liegen mehr als 500 aktualisierte Lernkarten aus der Inneren Medizin vor, die für die Studierenden auf der moodle-Lernplattform der Fakultät im Laufe des Sommersemesters zur Verfügung gestellt werden.

Die Ergebnisse der Evaluationen zum Nutzungsverhalten und Akzeptanz werden zu Semesterende vorliegen und vorgestellt werden.

Schlussfolgerungen und Ausblick: Nach Abschluss der Pilotphase liegt der Fokus auf der didaktischen und technischen Integration der Lernkarten in das Curriculum.Inhaltlich ist das Ziel, Lernkarten zu weiteren Fachgebieten von Studierenden kollaborativ erstellen zu lassen, so dass die Lernziele für die jeweiligen Prüfungen abgedeckt werden.

Aus technischer Sicht steht die Erweiterung der Software um eine Online-Komponente im Vordergrund. Diese wird den Austausch und die Ergänzung von Lernkarten erleichtern und lässt sich gut mit weiteren Kommunikationswerkzeugen wie Foren oder Wikis verknüpfen. Auch eine genaue Analyse des Lernprozesses wird hierdurch möglich.

Aufbauend auf den Evaluationsergebnissen ist für das Wintersemester 2010/11 die Durchführung einer Studie zum Nutzungsverhalten unter Berücksichtigung des Lernstils geplant.


Literatur

1.
Leitner S. So lernt man lernen. 17. Auflage. Freiburg: Verlag Herder; 2010.