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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Zur Prüfungsökonomie: Effekte der Kürzung einer OSCE im Fach der Medizinischen Psychologie

Poster

  • corresponding author presenting/speaker Sabine Fischbeck - Universitätsmedizin Mainz, Med. Psychologie u. Med. Soziologie, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Mainz, Deutschland
  • Marianne Mauch - UUniversitätsmedizin Mainz, Med. Psychologie u. Med. Soziologie, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Mainz, Deutschland
  • Elisabeth Leschnik - Universitätsmedizin Mainz, Med. Psychologie u. Med. Soziologie, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Mainz, Deutschland
  • Wilfried Laubach - Universitätsmedizin Mainz, Med. Psychologie u. Med. Soziologie, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Mainz, Deutschland
  • Manfred E. Beutel - Universitätsmedizin Mainz, Med. Psychologie u. Med. Soziologie, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Mainz, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma216

DOI: 10.3205/10gma216, URN: urn:nbn:de:0183-10gma2165

Veröffentlicht: 5. August 2010

© 2010 Fischbeck et al.
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Gliederung

Text

In Rahmen eines Pilotprojekts haben wir eine Objective Structured Clinical Examination (OSCE) für den praktischen Teil des Kursus der Medizinischen Psychologie und Medizinischen Soziologie im vorklinischen Studienabschnitt entwickelt. Sie bezieht sich auf die Überprüfung kommunikativer ärztlicher Basiskompetenzen. Da die Kosten dieser aufwendigen Prüfung auf Dauer nicht eigenständig getragen werden können, war es notwendig, eine ökonomischere Version zu entwickeln.

Methode: Die bisherige OSCE (Sommersemester 09) bestand aus sieben Stationen zu wesentlichen Themen des ärztlichen Gesprächs, die für das Wintersemester 0910 auf fünf reduziert wurden (Anamnese, Compliance, Nebenwirkungen, Krebsaufklärungsgespräch, Stressanalyse und -bewältigung; z. T. wurde auch die Komplexität der Aufgaben verringert). Darüber hinaus wurde die Zeitdauer an den Stationen von zehn auf sechs Minuten gekürzt, so dass eine Verminderung der Anzahl der Prüfungstage von fünf auf drei möglich war. Dies führte auch zu einer Verkürzung der Rückmeldezeit der Dozenten an die Teilnehmer. Eine studentische Evaluation, die nach den Vorkenntnissen der Teilnehmer, ihren Lerngewinn durch die OSCE sowie nach dem subjektiven Schwierigkeitsgrad und der Eindeutigkeit der Aufgabenstellungen fragte, wurde in beiden Semestern durchgeführt.

Ergebnisse: Im Sommersemester 09 nahmen N=181 Studierende der Medizin des zweiten Studiensemesters teil (Alter M=22; 61% weiblich), im Wintersemester 09/10 waren dies N=207 (Alter M=22; 55% weiblich). Bei vergleichbarer Aufgabenschwierigkeiten erwies sich die interne Konsistenz des gekürzten Parcours als höher (α=58) im Vergleich mit dem längeren (α=50). Die Angaben der Studierenden in der Evaluation zeigten: Die Aufgabenstellungen an den Stationen wurden im Wesentlichen als gleich schwierig und eindeutig beurteilt, jedoch hatten sich die Teilnehmer der gekürzten Version vergleichsweise länger auf die Prüfung vorbereitet. An allen Prüfungsstationen erlebten sie einen Lerngewinn, der allerdings in der gekürzten Fassung geringer ausfiel. In beiden Fällen aber wurde die OSCE gleich gut benotet. Im Wintersemester sprachen sich noch mehr Studierende (nun 97%, zuvor 92%) dafür aus, diese Form der Prüfung beizubehalten.

Schlussfolgerungen: Die teststatistischen Ergebnisse zeigen, dass eine Kürzung einer Kommunikations-OSCE ohne wesentlichen Verlust der Testgüte möglich ist, wofür vor allem eine Homogenisierung der Aufgaben verantwortlich zu machen ist. Die höhere Prüfungsökonomie mag erleichtern, eine Verstetigung der in Rede stehenden Prüfung durchzusetzen. Sie ist wohl aber nur auf Kosten ihrer Lerneffekte zu erreichen.