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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Umgang mit Fehlern - ein tägliche Herausforderung in der interprofessionellen Kommunikation und Interaktion. Ein interprofessionelles Trainingsmodul für Studierende der Medizin und Pflege

Poster

  • corresponding author presenting/speaker Andrea Kuhnert - Uniklinik Freiburg, Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Freiburg, Deutschland
  • Eva-Maria Schneid - Uniklinik Freiburg, Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Freiburg, Deutschland
  • Christa Müller-Fröhlich - Uniklinik Freiburg, Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Freiburg, Deutschland
  • Ellen Maner - Uniklinik Freiburg, Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Freiburg, Deutschland
  • Ruth Pfeifer - Uniklinik Freiburg, Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Freiburg, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma198

DOI: 10.3205/10gma198, URN: urn:nbn:de:0183-10gma1983

Veröffentlicht: 5. August 2010

© 2010 Kuhnert et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Zur Entwicklung eines Medizinstudenten im Sinne eines medizinischen Experten gehört nicht nur das Aneignen von theoretischem Wissen, sondern insbesondere auch der interprofessionelle Umgang und der Umgang mit Fehlern. Der klinische Alltag ist nicht nur geprägt von kollegialem Austausch unterschiedlicher Bereiche, sondern vielmehr auch vom kollegialen Austausch im Team. Auch in der Literatur besteht Einigkeit darüber, Lehrinhalte vermehrt in Richtung Selbstreflexion mit strukturiertem Feedback auszubauen [1], [2]. Als Pilotphase zur Überprüfung der Akzeptanz und Machbarkeit wurde deshalb im Wintersemester 2009/2010 an der Universitätsklinik Freiburg im Rahmen des Pflichtpraktikums Psychosomatik eine nachmittägliche interprofessionelle Lehrveranstaltung angeboten. Ziel war es, den Studierenden in einem täglichen Feld hoher Anforderungen sowohl den Umgang mit dem eigenen Selbstbild und Selbstideal zu ermöglichen und gleichzeitig unterstützende Aspekte interprofessioneller Zusammenarbeit erfahren zu lassen.

Methode: Insgesamt 22 Studierende und 22 Pflegende der Onkologie nahmen innerhalb des Wochenblockpraktikums der Psychosomatik an einem dreistündigen Workshop teil. Nach einer gemeinsamen theoretischen Einführung, wurde die Gruppe in fünf Kleingruppen à 8-10 Teilnehmer aufgeteilt. Jede Kleingruppe wurde von einem Team beider Bereiche begleitet und unterstützt. In den Kleingruppen erhielt jeder Teilnehmer eine Fallvignette, die zunächst ohne kollegialen Austausch gelesen und analysiert werden sollte. Danach wurden 2er-Teams aus Pflege und Ärzten gebildet und im Rollenspiel mit der Schauspielpatientin der Lösungsversuch geübt. Anhand eines Fragebogens wurde die Zufriedenheit zum allgemeinen Ablauf und subjektiver Lernzuwachs im Bereich Professionelles Management und Interpersoneller Fertigkeiten mit einer Skala von 1 (gar nicht hilfreich) bis 5 (sehr hilfreich) evaluiert. Zusätzliche offene Fragen ermöglichten den Teilnehmern freie Kommentare zum Workshop.

Ergebnisse: Die Grundidee, Personen aus verschiedenen Professionen in einen gemeinsamen Austausch zu bringen, wurde von der Mehrheit der Teilnehmer begrüßt (4.4). Besonders betonten die Teilnehmer hilfreiche Lernerfahrungen im Umgang mit schwierigen Emotionen (4.2), sowie das Experimentieren am Umgang (all)täglicher Herausforderungen stieß auf offene Ohren (3.7). Die qualitative Auswertung zeigte, dass bei der Gestaltung der Fallvignette die Erarbeitung homogener Anforderungen eine besondere Herausforderung darstellt.

Durch die gegebene Heterogenität der ?years of education? schlugen sowohl Teilnehmer beider Bereiche vor, Studenten und Pflegeschüler in einem gemeinsamen Projekt zu schulen.

Schlussfolgerung: Die guten Erfahrungen, sowie die hohe Akzeptanz seitens der Teilnehmer aus dieser Pilotphase bieten eine Grundlage in der Weiterentwicklung eines Teilcurriculums Interprofessionalität im Hinblick auf die Neuentwicklung humanmedizinischer Curricula.


Literatur

1.
Kiessling C, Dieterich A, Fabry G, Hölzer H, Langewitz W, Mühlinghaus I, Pruskil S, Scheffer S, Schubert S. Basler Consensus Statement "Kommunikative und soziale Kompetenzen im Medizinstudium": Ein Positionspapier des GMA-Ausschusses Kommunikative und soziale Kompetenzen. GMS Z Med Ausbild, 2008;25(2):Doc83. Zugänglich unter: http://www.egms.de/static/de/journals/zma/2008-25/zma000567.shtml Externer Link
2.
Schubert S, Ortwein H, Remus A, Schwantes U, Kiessling C. Taxonomie von Ausbildungszielen für professionelles Verhalten für das Medizinstudium. GMS Z Med Ausbild. 2005;22(4):Doc 214. Zungänglich unter: http://www.egms.de/static/de/journals/zma/2005-22/zma000214.shtml Externer Link