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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Nachwuchsmangel in der Chirurgie: Wie reagiert die Chirurgische Uniklinik Köln auf diese Situation?

Poster

  • corresponding author presenting/speaker Eva Wolfgarten - Univrsität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Lehre, Köln, Deutschland
  • Ulrich Fetzner - Univrsität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Lehre, Köln, Deutschland
  • Stefan Mönig - Univrsität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Lehre, Köln, Deutschland
  • Wolfgang Schröder - Univrsität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Lehre, Köln, Deutschland
  • Elfriede Bollschweiler - Univrsität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Lehre, Köln, Deutschland
  • Arnulf Hölscher - Univrsität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie, Lehre, Köln, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma181

DOI: 10.3205/10gma181, URN: urn:nbn:de:0183-10gma1814

Veröffentlicht: 5. August 2010

© 2010 Wolfgarten et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Für die Zulassung zum Medizinstudium brauchte man zum Wintersemester 2008/09 einen Abiturs-Notendurchschnitt von 1,3. Für die medizinischen Fakultäten ist es einerseits angenehm, die Besten der deutschen Gymnasiasten abschöpfen zu dürfen, andererseits entscheidet sich jeder fünfte Absolvent des Medizinstudiums gegen den Arztberuf. Insbesondere die Chirurgie ist von diesem Nachwuchsmangel bedroht.

Wie reagiert die Chirurgische Uniklinik Köln auf diese Situation?

Methodik: Im Spätsommer 2008 wurde von der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie gemeinsam mit der Klinik für Gefäßchirurgie, für Herz- und Thoraxchirurgie und der Abteilung Unfallchirurgie der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie der MEK der Universität Köln die Stelle einer Lehrkoordinatorin beantragt. Ab Mai 2009 wurden:

1.
die Vorlesung bearbeitet, welche im Modellstudiengang in Köln auf das 6. und 9. Semester aufgeteilt ist. Ein Evaluationsbogen bestehend aus 10 Fragen zu Inhalt, Stofftiefe, Aktualität, Präsentation, Motivation etc., sowie offene Fragen zur Verbesserung der Lehrveranstaltungen wurde entworfen. Die Beurteilung erfolgte über eine 5-stufige Skala.
2.
für das Chirurgische Tertial des PJ das erste Logbuch an der Uniklinik Köln erstellt und in einer Pilotphase bewertet.
3.
für das Blockpraktikum wurden Lernziele erstellt und unter den Kliniken abgestimmt sowie Kleingruppenunterricht angestrebt.

Ergebnisse:

1.
Von 137 Studenten, die an der Klausur teilgenommen haben, hatten 124 den Bogen ausgefüllt (Rücklaufquote 90,51%, weibl. N=71, männl. N=52, keine Angabe N=1; medianes Alter 25 Jahre) und besuchten zu 60% die Vorlesung (0-100%). Das Niveau, die Präsentation sowie die Aktualität der Vorlesung wurde im Median mit 2 beurteilt. Die Verständlichkeit des Vorlesungsinhalts, die Motivation zu Hause nachzulesen sowie die Begeisterung für das Fach Chirurgie wurde mit 3 beurteilt.
2.
Die erste Auswertung im April 2010 ergab eine positive Beurteilung des Logbuches hinsichtlich Klinikstruktur, Auflistung der Lernziele und der zu erlernenden Fähigkeiten. Noch waren die Umsetzung des Mentorensystems und die zu leistenden Unterschriften lückenhaft und auf Station nicht eingespielt. Die Zahl der chirurgischen PJ-Studenten hat sich seit Einführung des Logbuches an der Uniklinik Köln verdoppelt.
3.
Die Veränderungen werden zum Ende des SS2010 umgesetzt und evaluiert.

Schlussfolgerung: Wichtig ist eine gute Lehre in der Chirurgie, welche den Studenten einen strukturierten überblick über das Basiswissen und die Lernziele gibt, sowie engagierter Unterricht in Kleingruppen kann die Begeisterung von Studenten für das Fach Chirurgie wecken. Nicht zu vernachlässigen ist jedoch auch die Wertschätzung und der Umgangston zwischen den Leitenden Ärzten und den jungen Assistenten, die die Stimmung einer Klinik prägen und die Studenten als positiv beurteilen.