gms | German Medical Science

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Der Sehnennaht-Simulator

Poster

  • corresponding author presenting/speaker Philipe N. Khalil - Ludwig-Maximilians Universität, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
  • author Axel Kleespies - Ludwig-Maximilians Universität, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
  • author Markus Regauer - Ludwig-Maximilians Universität, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
  • author Matthias Siebeck - Ludwig-Maximilians Universität, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
  • author Wolf Mutschler - Ludwig-Maximilians Universität, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
  • author Karl-Georg Kanz - Ludwig-Maximilians Universität, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma126

DOI: 10.3205/10gma126, URN: urn:nbn:de:0183-10gma1265

Veröffentlicht: 5. August 2010

© 2010 Khalil et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Sehnenverletzungen der Hand sind eine häufige Aufnahmediagnose chirurgischer Notaufnahmen. Um spätere Funktionseinschränkungen zu vermeiden ist eine technisch einwandfreie Naht der entsprechenden Sehne erforderlich. Insbesondere Strecksehnenverletzungen können bereits bei primärer Vorstellung in der Notaufnahme definitiv versorgt werden, sofern der behandelnde Chirurg mit der entsprechenden Nahttechnik vertraut ist. Als Übungsgerät existiert bisher nur ein kostspieliger kommerzieller Simulator für etwa € 97. Ziel der vorliegenden Arbeit war es ein Trainingsgerät zu entwickeln, um die relativ komplexe Nahttechnik im Rahmen der studentischen Ambulanzausbildung zu erlernen.

Methodik: Der zu entwickelnde Simulator sollte eine simple und anderenorts leicht nachbaubare Konstruktion und dabei ein realitätsnahes Modell sein. Der Trainer musste darüber hinaus ethisch unbedenklich sein, durfte nicht mehr als 1.50 € kosten und darüber hinaus wieder verwendbar sein.

Ergebnisse: Wir führten zunächst eine Reihe praktischer Tests an verschieden Materialien durch um ein geeignetes Material zur Darstellung der Sehne als kritische Größe des Modells zu finden. Seile und Bänder unterschiedlicher Stärke und Festigkeit aus dem Baumarkt erwiesen sich hier als ideales Sehnenmaterial. In einem zweiten Schritt sollte ein Konstrukt das als Sehnenhalter fungiert gefunden werden. Nach einigen Überlegungen stellte sich hier ein simpler Kabelverteiler (8,3 x 8,3 cm), wie er in jedem Baumarkt erhältlich ist, als geeignet heraus. Durch die bereits vorhandenen seitlichen Perforationsstellen war es möglich 3 Seile ohne großen Aufwand durchzuziehen. Der Verteilerkasten selbst kann durch bereits vorhandene seitliche Stege leicht mit einem Klebeband gegen ein Verrutschen fixiert werden. Der Kostenaufwand betrug < 1,00 €. Eine Reihe von Studenten und Assistenzärzten haben zwischenzeitlich an dem Simulator geübt und diesen als ausgesprochen hilfreich und geeignet beschrieben Sehnennahttechniken zu erlernen.

Schlussfolgerungen: Der entwickelte Sehnennaht-Simulator erfüllt alle formulierten Voraussetzungen um außerhalb des Operationssaals Sehnennähte zu üben [1], [2].


Literatur

1.
Khan MS, Bann SD, Darzi AW, Butler PEM. Assessing surgical skill using bench station models. Plast Reconstr Surg. 2007;120(3):793-800. DOI: 10.1097/01.prs.0000271072.48594.fe Externer Link
2.
Evans JD, Wignakumar V, Davis TRC, Dove A. Results of extensor tendon repair performed by junior accident and emergency staff. Injury. 1995;26(2):107-109. DOI: 10.1016/0020-1383(95)92187-F Externer Link