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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Seminarunterricht Anästhesie: Evaluierung eines Seminarkonzeptes ohne Präsentationsfolien

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  • corresponding author presenting/speaker Sebastian Rossbach - Helios Klinikum Wuppertal, Anästhesie, Wuppertal, Deutschland
  • Gerhard Schneider - Helios Klinikum Wuppertal, Anästhesie, Wuppertal, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma102

DOI: 10.3205/10gma102, URN: urn:nbn:de:0183-10gma1028

Veröffentlicht: 5. August 2010

© 2010 Rossbach et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Der Blockunterricht mit den Studenten der Universität Witten/Herdecke findet in Gruppen von 5-6 Studenten statt und soll das im praktischen Alltag Erlebte vertiefen und entsprechend mit der Theorie verknüpfen. Die einzelnen Themen sind mehr oder weniger geeignet, den häufig praktizierten Frontalunterricht durch ein interaktives Gespräch auf der Grundlage von Lernzielen zu ersetzten.

Fragestellung: Diese Studie evaluiert die subjektive Einschätzung von Studenten eines interaktiven Seminars in Kleingruppen anstelle Frontalunterrichtes.

Methodik: Bei den Studenten zweier Jahrgänge wurde im Anschluss an einen Kurs, in dem bewusst auf Frontalunterricht und die Zuhilfenahme von Bildschirmpräsentationen oder anderen digitalen Medien verzichtet wurde, eine Evaluation durchgeführt. Es wurde eruiert, ob sich der sonst übliche Medien-gestützte Unterricht durch ein interaktives Dozenten/ Studentengespräch ersetzten lässt und wie sich dies auf die Einschätzung des Lernerfolgs auswirkt. Die Lernziele waren hierbei vorgegeben und in von Form von Fragen oder Thesen für die Studenten formuliert und dienten so zusätzlich als Leitfaden für den Unterricht. Als Bewertung wurde das klassische Schulnotenmodell (sehr gut bis ungenügend) verwendet.

Ergebnisse: Die Evaluation wurde an 39 Studenten der Jahrgänge 2008 und 2009 des fünften und sechsten Semesters der Universität Witten/Herdecke durchgeführt. 21 weibliche (53,8%) und 18 männliche Studenten (46,2%) nahmen an der Evaluation teil. Anhand der bekannten Schulnoten (sehr gut-ungenügend) beantworteten die Studenten 5 Fragen. 20,5% (n=8) der Studenten hielten den Lernerfolg für sehr gut, 43,6% (n=17) für gut, 30, 8% (n=12) für befriedigend und 5,1% (n=2) für ausreichend. Die Noten mangelhaft und ungenügend wurden nicht vergeben. Gänzlich gegensätzlich sah das Meinungsabbild bei der Bewertung der Frage, ob sich der Unterricht auch auf größere Gruppen projizieren lässt, aus. Die Note sehr gut wurde nicht vergeben und nur jeweils 5,1% (n=2) der Studenten bewerteten diese Option mit gut oder befriedigend, 30,8% (n=12) vergaben die Note ausreichend, 48,7% (n=19) mangelhaft und 10,3% (n=4) sogar ungenügend. Die Option, gezielt auf eine Bildschirmpräsentation zu verzichten, hielten 43,6% (n=17) für sehr gut, 41% (n=16) für gut, 7,7% (n=3) für befriedigend, 5,1% (n=2) für ausreichend und 2,6% (n=1) für mangelhaft. Die Note ungenügend wurde nicht vergeben. Abschließend sollten die Studenten die Frage beantworten, ob ein Skriptum das Gelernte unterstützt. Hierfür wurden die Schulnoten kategorisiert (sehr gut-befriedigend = eher notwendig; ausreichend bis ungenügend = eher nicht notwendig). 92,3% (n=36) der Studenten waren der Meinung, dass ein Skriptum sinnvoll ist, nur 7,7% (n=3) hielten es für nicht notwendig (siehe Tabelle 1 [Tab. 1], Tabelle 2 [Tab. 2], Tabelle 3 [Tab. 3], Tabelle 4 [Tab. 4].

Zusammenfassung: Die Studentinnen und Studenten der Universität Witten/Herdecke sind durch den Modellstudiengang und das POL den Unterricht in Kleingruppen ebenso gewöhnt, wie die selbstständige Erarbeitung von Lernzielen und das Lösen von Problemen. Die durchgeführte Studie zeigt, dass das im Blockpraktikum erlebte Wissen, ebenso gut oder besser durch ein interaktives Studenten/Dozentengespräch vertieft und erweitert werden kann, wie durch einen durch Bildschirmpräsentationen unterstützen Unterricht. Zu klären bleibt die Frage, bis zu welcher Gruppengröße es möglich ist diese Unterrichtsform anzuwenden und inwieweit der erzielte Nutzen den deutlich größeren Aufwand rechtfertigt.