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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

POL als Lernform zur Schulung des differentialdiagnostischen Denkens - Bericht und Reflektion eines Lernexperiments im 8. Semester

Vortrag

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  • corresponding author presenting/speaker Kathrin Klimke-Jung - Ruhr Universität Bochum, Zentrum für medizinische Lehre, Bochum, Deutschland
  • Thorsten Schäfer - Ruhr Universität Bochum, Zentrum für medizinische Lehre, Bochum, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma59

DOI: 10.3205/10gma059, URN: urn:nbn:de:0183-10gma0596

Veröffentlicht: 5. August 2010

© 2010 Klimke-Jung et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Die Fähigkeit, subjektive Beschwerdebilder von Patienten in handlungsleitende medizinische Taxonomien zu übersetzen, ist eine der Schlüsselkompetenzen ärztlicher Berufstätigkeit, die bereits im Studium erlernt werden muss. Jenseits der Vermittlung von Fachwissen ist also die Befähigung von Studierenden zum "validen" medizinisch wissenschaftlichen Denken ein wichtiger Inhalt der medizinischen Ausbildung. POL bietet hierfür unserer Meinung nach gerade im klinischen Abschnitt eine hervorragende Trainingsmöglichkeit, diese kognitive Fertigkeit systematisch auszubilden und zu üben. Über welche Steuerungsmöglichkeiten verfügen wir aber in selbstständig arbeitenden POL-Gruppen, einen breit gefächerten differentialdiagnostischen Denkprozess samt kritischer Reflektion der gebildeten Hypothesen anzuregen und die Studierenden im Sinne eines "clinical reasoning " zu sozialisieren?

Methode: Im aktuellen Sommersemester haben wir das bereits bestehende POL-Konzept des Blocks "Infektionen, Entzündungen und Autoimmunerkrankungen", das eine eigenständige studentische Bearbeitung des POL-Falls vorsieht und durch ein expertengeleitetes Seminar zum jeweiligen Krankheitsbild ergänzt wird, im Sinne unsrer oben genannten Überlegungen wie folgt verändert: Die Fallvignetten wurden durch Hintergrundinformationen erweitert, die den Beschwerdeschilderungen eine größere Vieldeutigkeit verlieh. Sie alleine sind Arbeitsgrundlage für den studentischen POL-Prozess. Bearbeitungsfokus ist die Generierung von differentialdiagnostischen Hypothesen, deren Reflektion und die Verständigung auf gemeinsame Lernziele. Die Arbeitsergebnisse hinsichtlich dieser Bearbeitungskriterien werden schriftlich festgehalten und dem Dozenten des jeweiligen Begleitseminars zusammen mit den Hintergrundinformationen zum Fall zur Verfügung gestellt. Seminar und Fallbearbeitung werden von Dozent und Studierenden evaluiert.

Auswertung: Hypothesen, Lernziele, Evaluationen sowie eine abschließende strukturierte Befragung aller Beteiligten am Ende des Blocks werden zur Beantwortung der Fragestellung herangezogen, ob dieses POL-Konzept im klinischen Abschnitt einen gangbaren Weg darstellt, den komplexen kognitiven differential-diagnostischen Denk -und Erkenntnisprozess in der Medizin bewusst zu machen, auszubilden und die Fähigkeit der Studierenden sowohl hypothesengeleitet als auch reflexiv zu denken, valide schult.