gms | German Medical Science

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Prospektiver Vergleich des Full Scale Simulationstrainings mit einem fallbasierten Seminar hinsichtlich der studentischen Lernerfolge

Vortrag

  • corresponding author presenting/speaker Sylvia Kramer - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Anästhesiologie m.S. op Intensivmedizin, Berlin, Deutschland
  • Inga Hauschildt - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Anästhesiologie m.S. op Intensivmedizin, Berlin, Deutschland
  • Juliane Rau - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Anästhesiologie m.S. op Intensivmedizin, Berlin, Deutschland
  • Thorsten Schröder - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Anästhesiologie m.S. op Intensivmedizin, Berlin, Deutschland
  • Claudia Spies - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Anästhesiologie m.S. op Intensivmedizin, Berlin, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma30

DOI: 10.3205/10gma030, URN: urn:nbn:de:0183-10gma0303

Veröffentlicht: 5. August 2010

© 2010 Kramer et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Simulationstraining scheint klassischen Unterrichtsmethoden in vielen Bereichen, u.a. Krisenmanagement überlegen zu sein [1], [2], [3], [4]. In der studentischen Lehre wird Simulationstraining zunehmend integriert [5]. In der vorliegenden Untersuchung soll das fallbasierte Seminar mit dem Simulationstraining hinsichtlich der studentischen Lernerfolge in der Behandlung akuter Notfälle verglichen werden.

Methodik: Nach schriftlicher Einverständniserklärung und positivem Votum der Ethikkommission wurden 160 Studenten (5. Studienjahrs, Notfallkurses II, Charité Universitätsmedizin Berlin) in die Studie eingeschlossen. Die Studenten absolvierten eine Eingangsklausur zu zwei Themenbereichen („Akutes Koronarsyndrom (ACS)“ und „Akute Bewusstseinsstörung (ABS)“). Die Hälfte der Studierenden wurde am Simulator zu dem Thema „ACS“ (Gruppe Sim- ACS) unterrichtet. Die andere Hälfte (Gruppe Pc-ACS) wurde zur gleichen Zeit zu diesem Thema in Seminarform unterrichtet. Am Folgetag wurden die Gruppen zum Thema „ABS“ im cross-over design unterrichtet. Nach den jeweiligen Unterrichtseinheiten wurde eine schriftliche Lernerfolgskontrolle durchgeführt.

Die korrekt beantworteten Fragen wurden mit dem Mann Whitney U Test auf Unterschiede zwischen den Gruppen zu den Themen an den einzelnen Tagen untersucht. Die Ergebnisse in den Klausuren wurden hinsichtlich der Zunahme an korrekt beantworteten Fragen in den Folgeklausuren in Abhängigkeit von der Gruppe und dem Thema mit dem Wilcoxon Test untersucht. Das Signifikanzniveau wurde mit a< 0,05 festgelegt.

Ergebnisse: Die Ergebnisse der Ausgangsklausur beider Gruppen zum Thema „ACS“ unterschieden sich nicht. Die Gruppe Sim-ACS beantwortete Fragen zum Thema „ACS“ signifikant häufiger (p<0,05) korrekt im Vergleich zur Gruppe Pc-ACS nach dem Unterricht am Simulator zum Thema ACS. In der Abschlusskontrolle ergab sich kein Unterschied zwischen den Gruppen zum Thema „ACS“.

Für das Thema „ACS“ ergab sich für die Gruppe Sim-ACS eine höchst signifikante Verbesserung (p<0,01) in der zweiten zur ersten Klausur. Die Gruppe Pc-ACS erreichte eine höchst signifikante Verbesserung (p<0,01) in der dritten zur zweiten Klausur.

Zum Thema „ABS“ unterschieden sich die Gruppen bereits in der Eingangskontrolle signifikant. Die Ergebnisse in den Lernerfolgskontrollen waren unabhängig vom Dozenten (siehe Abbildungen 1-3 [Abb. 1] [Abb. 2] [Abb. 3].

Schlussfolgerungen: Für das Thema „ACS“ ergab sich eine Überlegenheit des Simulatorunterrichts. Für das Thema „ABS“ ließ sich dies aufgrund der bereits in der Eingangsklausur bestehenden Unterschiede nicht nachweisen. Simulatortraining ist kostenintensiver als fallbasierte Seminare. Für die studentische Lehre muss die Überlegenheit des Simulatortrainings in dozentenunabhängigen Lernerfolgskontrollen nachweisbar sein [5].


Literatur

1.
Schröder T, v Heymann CH, Ortwein H, Rau J, WErnecke KD, Spies C. Simulationsbasiertes “Anaesthesia-Crisis-Ressource-Management-Training. Ergebnisse einer nachbefragung zum Lernerfolg. Anaesthesist. 2009;58(10):992-1004. DOI:10.1007/s00101-009-1622-0 Externer Link
2.
McLaughlin SA, Doezema D, Sklar DP. Human simulation in emergency medicine training: a model curriculum. Acad Emerg Med. 2002;9(11):1310-1318
3.
Steadman RH, Coates WC, Huang YM, Matevosian R, Larmon BR, McCullough L, Ariel D. Simulation-based training is superior to problem-based learning for the acquisition of critical assessment and management skills. Crit Care Med. 2006;34(1):151-157. DOI:10.1097/01.CCM.0000190619.42013.94 Externer Link
4.
Bosse G, Schröder T, von Heymann C, Spies C. Berliner Simulationst raining (BeST)—the concept of anesthesia simulation. Anasthesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther. 2007;42(10):740-744. DOI:10.1055/s-2007-993024 Externer Link
5.
Timmermann A, Roessler M, Barwing J, Blaschke S, Bräuer A, Eich C, Hirn A, Klockgether-Radke A, Nickel E, Russo S, Kettler D, Saur P. Neue Wege der studentischen Lehre: Erste Erfahrungen im Querschnittsbereich Notfall- und Intensivmedizin. Anaesthesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther. 2005;40(9):536-543. DOI:10.1055/s-2005-870108 Externer Link