gms | German Medical Science

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Die Akademisierung der Pflege - Stand & Perspektiven

Vortrag

Suche in Medline nach

  • corresponding author presenting/speaker Karin Reiber - Hochschule Esslingen, Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege, Esslingen, Deutschland
  • Maik Winter - Hochschule Esslingen; Hochschule Ravensburg-Weingarten, Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege; Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege, Esslingen; Weingarten

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma28

DOI: 10.3205/10gma028, URN: urn:nbn:de:0183-10gma0289

Veröffentlicht: 5. August 2010

© 2010 Reiber et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Fragestellung: Der Beitrag zeichnet den Prozess der Akademisierung der Pflegeberufe in den letzten beiden Dekaden nach mit dem Ziel, einen Überblick über die neuen Studiengänge zu geben, diese zu systematisieren und einzuordnen. Daraus werden Perspektiven für den weiteren Akademisierungsprozess der Pflege abgeleitet und diese wiederum rückbezogen auf Prognosen zur weiteren Entwicklung des Gesundheitswesens [3].

Methodik:

  • Analyse, Vergleich und Systematisierung von pflegebezogenen Studienprogrammen
  • Disziplinäre Zuordnung
  • Ableitung von Entwicklungsperspektiven vor dm Hintergrund aktueller und zukünftiger Herausforderungen

Ergebnisse: Die Akademisierung der Pflegeberufe erfolgte zunächst über deren Lehr- und Leitungsfunktionen durch Studiengänge für Pflegepädagogik und -management, die in den 90iger Jahren die bisherigen beruflichen Weiterbildungen ablösten. Die lehrerbildenden Studiengänge "Medizinpädagogik" der ehemaligen DDR blieben nur an wenigen Standorten bestehen. Des weiteren wurden in dieser ersten Welle der Akademisierung Studiengänge für Pflegeexperten/-innen eingerichtet, die weder einen berufsqualifizierenden Abschluss in einem Pflegeberuf voraussetzen, noch diesen vermitteln.

Die zweite Akademisierungsphase ist gekennzeichnet durch die Einrichtung berufsqualifizierender Studiengänge, die zusätzlich zum akademischen Bachelorgrad zur Berufszulassung führen und somit für eine grundständige Akademisierung der Erstausbildung stehen.

Die Mehrzahl dieser Studiengänge ist an sozialwissenschaftlichen Fakultäten und Fachbereichen angesiedelt.

Schlussfolgerungen: Die Akademisierung der Pflege erfolgt mit starker sozialwissenschaftlicher Ausrichtung und führt zu einer Erweiterung des Berufsprofils um sozial-kommunikativen Kompetenzen und Aufgaben. Als akademische Disziplin ist das fachliche Profil der Pflege von einem salutogenetischen Selbstverständnis geprägt [1], [2], [5], [4].


Literatur

1.
Bischoff-Wanner C, Reiber K. Lehrerbildung in der Pflege. Standortbestimmung, Perspektiven und Empfehlungen vor dem Hintergrund der Studienreformen. Weinheim/München: Juventa; 2008.
2.
Reiber K. Bachelor und Master in pflegebezogenen Studiengängen. Über Chancen, Risiken und Nebenwirkungen der Studienreform für eine neue Disziplin. Z Pflege Gesundheitsförd, 2005;6(1):40-45.
3.
Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (svr). Kooperation und Verantwortung. Voraussetzungen einer zielorientierten Gesundheitsversorgung. Gutachten 2007 - Kurzfassung. Bonn: SVR; 2007. Zugänglich unter: http://www.svr-gesundheit.de/Gutachten/Gutacht07/Kurzfassung%202007.pdf Externer Link
4.
Winter MH. Anforderungsveränderungen an die Qualifizierung der Gesundheitsberufe. In Kuhlmey A, Schaeffer D (Hrsg). Alter, Gesundheit und Krankheit. Bern u.a.: Huber; 2008.
5.
Winter MH. Die ersten Pflegeakademiker in Deutschland. Arbeitsmarktperspektiven und Berufsverbleib in der Altenpflege. Bern u.a.: Huber, 2005.