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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

23.09. - 25.09.2010, Bochum

Einsatz eines Wiki-Blog Systems in Lehre und Forschung einer medizinischen Fakultät: sinnvolle Anwendungsszenarien und Nutzungskonzepte

Vortrag

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  • corresponding author presenting/speaker Joachim Plener - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Kompetenzbereich eLearning, Berlin, Deutschland
  • Sandra Buron - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Kompetenzbereich eLearning, Berlin, Deutschland
  • Kai Sostmann - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Kompetenzbereich eLearning, Berlin, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Bochum, 23.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10gma21

DOI: 10.3205/10gma021, URN: urn:nbn:de:0183-10gma0212

Veröffentlicht: 5. August 2010

© 2010 Plener et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Für Wikis und Blogs bieten sich eine Reihe von Einsatzszenarien in der medizinischen Ausbildung und im Bereich der wissenschaftlichen Forschung [1], [2]. Sie eignen sich vor allem als Werkzeuge der gemeinsamen Erarbeitung und Sammlung von medizinischem und informellen Wissen [3]. Im Jahr 2007 wurde an der Charité; - Universitätsmedizin Berlin ein Wiki-System installiert (http://www.wikiblog.charite.de). Ziel ist es, die medizinische Ausbildung zu unterstützen und interessierten wissenschaftlichen Arbeitsgruppen sowie Mitgliedern der Fakultät eine Plattform zur Online-Zusammenarbeit/Dokumentation zur Verfügung zu stellen. Dargestellt werden die datenschutz- und personalrechtlichen Anforderungen für die Genehmigungsfähigkeit des Systems im Rahmen des universitären Einsatzes. Es folgen die Ergebnisse einer Untersuchung, in der der Nutzen und die Akzeptanz des Systems innerhalb der einzelnen Disziplinen (Lehre, Forschung, Fakultät/Organisation) herausgearbeitet und speziell die Tauglichkeit des Wiki-Systems für den Einsatz in der Lehre erforscht wurden.

Methodik: Die bislang eingerichteten Wiki-Bereiche wurden für diese Untersuchung hinsichtlich Ihrer Zugehörigkeit (Forschung, Lehre, Klinik, Fakultät/Organisation) kategorisiert und die in ihnen erfolgten Aktivitäten und Zugriffszahlen analysiert. Die thematische Ausrichtung der Bereiche wurde klassifiziert. Der Betreuungsaufwand seitens des Kompetenzbereichs eLearning sowie der Dozenten von in der Lehre eingesetzten Wiki-Bereichen wurde in einer internen Befragung evaluiert.

Ergebnisse: Im Wiki-Blog-System der Charité sind momentan 1565 Nutzer registriert. Davon sind 1334 Charité - Angehörige (Studierende, Lehrende, wissenschaftliches Personal und Verwaltungsangestellte), 222 Nutzer sind Angehörige anderer Hochschulen oder Organisationen.

Zum jetzigen Zeitpunkt existieren 109 Wiki-Bereiche an der Charité. Davon sind 41 wissenschaftlichen Forschergruppen zuzuordnen. 37 dieser Bereiche werden aktiv zur Koordination und dem Wissensaustausch der Mitglieder der Forschungsgruppen auf nationaler und internationaler Ebene genutzt. In diesen Bereichen ist der größte Teil der externen Nutzer akkumuliert.

18 Bereiche lassen sich fakultätsweiten Arbeitsgruppen zuordnen. Diese Bereiche befassen sich mit Studienorganisation sowie der Durchführung von Postgradualen Studiengängen und Weiterbildungsmaßnahmen.

9 Bereiche sind mit der Durchführung von Veranstaltungen auf Fakultäts- und Verwaltungsebene befasst, dienen nach Abschluss der Projekte jedoch nur noch zu Dokumentationszwecken.

Nur 5 Bereiche sind im Untersuchungszeitraum im Rahmen von studentischen Lehrveranstaltungen eingesetzt worden. Hier wurde gemeinschaftlich an Fachartikeln, Glossaren oder Recherchen gearbeitet. Nach Semesterende wurde keiner dieser Bereiche weitergepflegt. Der Betreuungsaufwand wird von den Lehrenden als hoch eingeschätzt.

Schlussfolgerungen: Während der Einsatz des Wiki-Systems, in Bezug auf den Einsatz in wissenschaftlichen Forschergruppen sowie innerhalb der Studien- und Kongressorganisation nahezu ein "Selbstläufer" ist, sind Szenarien für den sinnvollen Einsatz im studentischen Unterricht schwieriger zu identifizieren. Trotz der Voraussagen bezüglich der Affinität der Medinzinstudierenden zu den Web 2.0 Medien, orientiert sich deren Nutzungsverhalten an den curricularen Anforderungen. So werden im Regelstudiengang Medizin Gruppenarbeiten fast ausschließlich in POL- oder UaK-Veranstaltungen eingesetzt und Referate oder Hausarbeiten weiterhin analog verarbeitet [4]. Gemeinschaftliches Verfassen von Texten oder Dokumentieren wird im Medizinstudium selten verlangt.


Literatur

1.
Boulos MN. Maramba I, Wheeler S. Wikis, blogs and podcasts: a new generation of Webbased tools for virtual collaborative clinical practice and education. BMC Med Educ 2006;6:41. DOI: 10.1186/1472-6920-6-41 Externer Link
2.
Bakken S, Yen PY, Weng C. Informatics tools for meeting information and communication needs related to interdisciplinary research competency development. AMIA Annu Symp Proc. 2008;6:869.
3.
Kamel Boulos MN, Wheeler S. The emerging Web 2.0 social software: an enabling suite of sociable technologies in health and health care education. Health Info Libr J. 2007;24(1):2-23. DOI: 10.1111/j.1471-1842.2007.00701.x Externer Link
4.
Sandars J, Morrison C. What is the Net Generation? The challenge for future medical education. Med Teach. 2007;29(2-3):85-88. DOI: 10.1080/01421590601176380 Externer Link