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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

08.10. - 10.10.2009, Freiburg

Wollen Studierende der Humanmedizin digitale Prüfungen? Ergebnis einer Befragung eines Jahrganges des Modellstudienganges Medizin in Bochum

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  • corresponding author Andreas Burger - Ruhr- Universität Bochum, Büro für Studienreform, Bochum, Deutschland
  • author Michaela Pieper - Ruhr- Universität Bochum, Büro für Studienreform, Bochum, Deutschland
  • author Thorsten Schäfer - Ruhr- Universität Bochum, Büro für Studienreform, Bochum, Deutschland
  • author Ute Köster - Ruhr- Universität Bochum, Büro für Studienreform, Bochum, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Freiburg im Breisgau, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmaT5P112

DOI: 10.3205/09gma112, URN: urn:nbn:de:0183-09gma1121

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Burger et al.
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Gliederung

Text

Die Handhabung papierbasierter Prüfungen wird durch die Menge der Prüfungen und der notwendigen Auswertungen nicht nur in der Humanmedizin immer schwieriger. Viele Fakultäten, so auch wir in Bochum, haben einen Kompromiss zwischen Prüfung in Papierform und Antwortbögen, die digital ausgewertet werden, eingeführt. Einige Fakultäten der Medizin und auch anderer Fächer haben bereits Programme im Einsatz, die vollständig digitale Prüfungen ermöglichen, und berichteten auch über positive Ergebnisse.

Wir wollten wissen, ob Studierende der Medizin in Bochum sich diese Prüfungsform für summative Prüfungen vorstellen können und akzeptieren würden.

Hierzu haben wir Studierende des Modellstudienganges Medizin in Bochum im Rahmen der Evaluation einer der summativen Prüfungen zur Erlangung der Äquivalenz zum M1-Examen 6 Fragen gestellt. Die Beantwortung erfolgte auf einer Likert-Skala von 1- 6 (1=trifft voll zu, 6=trifft gar nicht zu).

37 von 43 Befragten hatten die Fragen beantwortet. Knapp 6% hätten diese Prüfung lieber digital bearbeitet, obwohl ca. 75% der Befragten sich als vertraut im Umgang mit Computern einschätzen und ca. 50% die Schreibgeschwindigkeit mit der Tastatur im Bereich zwischen 1 und 3 im Vergleich zum Schreiben auf Papier angaben. Über die Gründe zur Ablehnung digitaler Prüfungen bei den Bochumer Studierenden kann zum jetzigen Zeitpunkt nur spekuliert werden. Ca. 75% der Befragten gaben auch an, sich in der Bedienung der digitalen Plattform „Blackboard“ nicht unsicher zu fühlen. Dieses System wird zum Informationsfluss aber auch in kleinen Gruppen sowohl für summative Prüfungen, z. B. in Wahlfächern als für formative Prüfungen benutzt. Digitale Prüfungen sind also nicht unbekannt. Fast genauso viele der Befragten möchten in ihrem weiteren Studium summative Prüfungen nicht digital bearbeiten.

Wir schließen daraus:

1.
Die Kohorte ist mit 37 von 43 (ein Jahrgang des Modellstudienganges) nicht als repräsentativ anzusehen.
2.
Bei weiteren Befragungen sind zusätzlich Fragen nach Gründen für die Skepsis gegenüber digitalen Prüfungen zu stellen.
3.
Es zeigt sich, dass die Studierenden den Umgang mit Computern und der digitalen Plattform "Blackboard" als unproblematisch einschätzen.
4.
Möglicherweise spielt bei summativen Prüfungen das Gefühl „etwas schwarz auf weiß in der Hand zu haben“ eine große Rolle.
5.
Es besteht ein großer Informationsbedarf bei den Studierenden an die Sicherheit und Praktikabilität der digitalen Prüfungsform.