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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

08.10. - 10.10.2009, Freiburg

Interaktives Kursplanungsmanagement – eine inhouse-Lösung

Vortrag

  • corresponding author Thomas Frankewitsch - Universität Münster, Medizinische Fakultät, ITZ Forschung und Lehre, Münster, Deutschland
  • author Andreas Tautfest - Universität Münster, Medizinische Fakultät, ITZ Forschung und Lehre, Münster, Deutschland
  • author Martin Dugas - Universität Münster, Institut für Medizinische Informatik und Biomathematik, Münster, Deutschland
  • author Maximilian Ataian - Gesakon, Münster, Deutschland
  • author Jan Becker - Universität Münster, Medizinische Fakultät, Ifas, Münster, Deutschland
  • author Bernhard Marschall - Universität Münster, Medizinische Fakultät, Ifas, Münster, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Freiburg im Breisgau, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmaT5V105

DOI: 10.3205/09gma105, URN: urn:nbn:de:0183-09gma1054

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Frankewitsch et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die aktuell gültige Approbationsordnung für Ärzte [1] fordert interdisziplinäre Lehre in Kleingruppen mit praktischen Anteilen, die neben konventionellen Unterrichtsformen wie Vorlesungen angeboten werden muss. Im Rahmen der Neuerung der Approbationsordnung haben einige Fakultäten daher ein modularisiertes, fächerübergreifendes Curriculum implementiert. Zulässige Gruppengrößen sind je nach Unterrichtsform klar definiert. Diese Umstrukturierungen bedeuten für die Studienorganisation einen erheblichen Mehraufwand.

Methoden: An der Medizinischen Fakultät der Universität Münster wird seit 2007 eine kooperativ entwickelte Kursmanagementsoftware eingesetzt. Dabei werden die Studierenden mit Eintritt in den klinischen Studienabschnitt in Kursgruppen eingeteilt, die möglichst während des gesamten Studiums zusammen bleiben sollen. Die maximale Kursgruppengröße ist AO-konform festgelegt.

Der vorläufige Stundenplan wird interaktiv für die Semesterkohorten mit einem web-basierten System erfasst. Die Studenten melden am Ende eines jeden Semesters authentifiziert via Internet ihre Belegungswünsche für Regelveranstaltungen des kommenden Semesters an. Danach werden die Studierenden auf die von Ihnen gewählten Unterrichtsveranstaltungen vom System automatisch verteilt – in Sonderfällen auch für Kurse aus verschiedenen Semestern. Jeder Studierende kann dann ca. zwei Wochen vor Semesterbeginn seinen individuellen Stundenplan online einsehen, ausdrucken und in verschiedenste Kalenderprogramme exportieren.

Ergebnisse: In Sommersemester 2009 wurden 119 curriculare Pflichtveranstaltungen mit insgesamt 1.429 Terminen für die klinischen Semester angeboten. Es meldeten sich 740 Studierende regulär zu Kursen und Veranstaltungen an. Zahlreiche Studierende belegten zusätzlich Kurse aus früheren Semestern, die sie z.B. auf Grund eines Auslandssemesters nachholen mussten. Nur 17 Studierende, die eine überaus große Anzahl an „alten“ Veranstaltungen belegen wollten, konnten nicht automatisch verteilt werden. Diese Problemfälle bedurften einer interaktiven Nachbereitung: Die Studierenden konnten anhand ihres persönlichen Schemas und den angebotenen Kursen Prioritäten setzen und damit die Kursbelegung online abschließen. Insgesamt wurden 132.241 Unterrichtsveranstaltungen auf die regulär Studierenden und 2.429 auf die „Nachholer“ im klinischen Studienabschnitt verteilt. Jeder erhielt einen persönlichen „Laufzettel“ mit Angabe von Ort und Zeit der Pflichtkurse, auf dem die Anwesenheit dokumentiert werden muss. Anschreiben an die verschiedenen Institute mit Angabe von Veranstaltungsraum, -zeit und -teilnehmern wurden vom System automatisch generiert.

Diskussion: In Zeiten von laufenden Personaleinsparungen ist eine konsequente Nutzung von IT in automatisierbaren Abläufen notwendig. Das hier vorgestellte System eignet sich hervorragend zur Organisation und Verwaltung eines komplexen, modularisierten Curriculums.


Literatur

1.
Bundesministerium für Gesundheit. Apporbationsordnung für Ärzte vom 27. Juni 2002. Bundesgesetzbl. 2002;Teil I(44):2405.