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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

08.10. - 10.10.2009, Freiburg

Skript Konkordanz Test in der Kinderheilkunde: Vergleich des klinischen Denkens bei Studierenden und Ärzten

Script Concordance Test in Paediatrics: Comparison of clinical reasoning skills in residents

Vortrag

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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Freiburg im Breisgau, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmaT5P085

DOI: 10.3205/09gma085, URN: urn:nbn:de:0183-09gma0859

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Sostmann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Differentialdiagnostisches klinisches Denken repräsentiert eine der zentralen Kompetenzen für die Ausübung des ärztlichen Berufes. Für die Gewährleistung einer guten medizinischen Versorgungsqualität ist die sichere Diagnosestellung und die Wahl der passenden therapeutischen Maßnahmen wichtig. Im klinischen Alltag müssen Ärzte/innen häufig auf der Grundlage einer unsicheren Informationsbasis ihre diagnostischen und therapeutischen Entscheidungen fällen [1]. Für die Abbildung dieser klinischen Szenarien wurde der Skript-Konkordanz-Test entwickelt. Seine Wirksamkeit wurde in verschiedenen Weiterbildungsszenarien bestätigt [2], [3]. Diese Studie untersucht die Wirksamkeit dieser Testmethode in einem studentischen Ausbildungsszenario in der Kinderheilkunde.

Methodik: 287 Studierende des sechsten klinischen Semester wurden am Ende eines einwöchigen Blockpraktikums in der Pädiatrie mit einem aus 40 Fragen bestehenden Skript-Konkordanz-Test getestet. Vorbereitend wurde ein Fragenpool mit 140 Fragen erstellt, die sich gleichmäßig auf alle zehn Fachgebiete der Kinderheilkunde verteilen. Die Fragen bezogen sich auf die Lernziele der zehn Fachgebiete, die im fünften und sechsten klinischen Semester unterrichtet wurden. Die Auswertungsmethodik des Tests orientiert sich an den Konzepten, die von Charlin et al entwickelt wurden. Ein aus Fachärzten/innen bestehendes Expertenpanel legte die Richtigantworten auf einer fünfteiligen Likertskala fest. Anschließend wurde das Antwortverhalten der Studierenden mit dem der sie unterrichtenden Ärzte/innen verglichen.

Ergebnisse: Der Test erreichte mit vierzig Items ein Cronbach alpha von 0.77 und damit eine im Vergleich zu anderen Testszenarien ausreichende Reliabilität. Die Studierenden unterschieden sich in ihrem Kompetenzniveau signifikant von den Ärzten/innen und Experten/innen (Korrelation n. Pearson p= 0.08).

Diskussion: Die Ergebnisse zeigen, dass das Testverfahren eine ausreichende Reliabilität und Validität erreicht, um in Ergänzung zu etablierten Testmethoden wie Multiple-Choice-Fragen für ein praxisnahes Überprüfen klinischen Denkens eingesetzt zu werden. Die Variabilität zwischen den teilnehmenden Gruppen spiegelt den unterschiedlichen Expertisegrad der Teilnehmer/innen wieder. In weiteren Studien muss die Definition der Kompetenz des klinischen Denkens präziser eingegrenzt werden.


Literatur

1.
Schön DA. The Reflective Practitioner. New York; Basic Books: 1983.
2.
Charlin B, Roy L, Brailovsky C, Goulet F, van der Vleuten C. The Script Concordance Test: A tool to assess the reflective clinician. Teach Learn Med. 2000;12(4):189-195. DOI: 10.1207/S15328015TLM1204_5. Externer Link
3.
Charlin B. Scripts and Medical Diagnostic Knowledge: Theory and Applications for Clinical Reasoning Instruction and Research. Acad Med. 2000;75(2):182–190.