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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

08.10. - 10.10.2009, Freiburg

Objective Structured Clinical Examination (OSCE) im Kursus der Medizinischen Psychologie und Medizinischen Soziologie: Psychometrische Kennwerte und Studentische Evaluation

Objective Structured Clinical Examination (OSCE) in Medical Psychology courses: Psychometric result and evaluation of the students

Vortrag

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  • corresponding author Sabine Fischbeck - Johannes Gutenberg-Universität, Universitätsmedizin, Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie, Mainz, Deutschland
  • Marianne Mauch - Johannes Gutenberg-Universität, Universitätsmedizin, Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie, Mainz, Deutschland
  • Wilfried Laubach - Johannes Gutenberg-Universität, Universitätsmedizin, Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie, Mainz, Deutschland
  • Manfred Beutel - Johannes Gutenberg-Universität, Universitätsmedizin, Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Mainz, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Freiburg im Breisgau, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmaT5V080

DOI: 10.3205/09gma080, URN: urn:nbn:de:0183-09gma0808

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Fischbeck et al.
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Gliederung

Text

Praktische Kompetenzen wie die der ärztlichen Gesprächsführung werden im vorklinischen Abschnitt des Medizinstudiums nur selten geprüft [1]. Für die Ausübung des Arztberufes sind sie allerdings essentiell. In einem Pilotprojekt war unser Ziel, eine entsprechende Objective Structured Clinical Examination [2] für den praktischen Teil des Kursus der Medizinischen Psychologie und Medizinischen Soziologie zu entwickeln.

Methode: Der von uns auf der Basis des Praktikumskonzepts entwickelte OSCE-Parcours enthält sieben Stationen zu wesentlichen Themen des ärztlichen Gesprächs: Anamnese, Compliance, Informationsvermittlung, Nebenwirkungen, Krebsaufklärungsgespräch, Stressanalyse und –bewältigung sowie Verhaltensmodifikation. Schauspieler- und Prüferanweisungen wurden einem Reviewprozess unterzogen. Die Objektivität der Prüfung wurde durch die Checklisten gewährleistet. Die Reliabilität des Parcours sollte durch einen Vergleich der Leistungen in den sieben Aufgaben geprüft werden. Darüber hinaus füllten alle Teilnehmer/innen einen Evaluationsbogen aus, der nach ihren Vorkenntnissen, ihren Lerngewinn durch die OSCE sowie nach dem subjektiven Schwierigkeitsgrad und der Eindeutigkeit der Aufgabenstellungen fragte.

Ergebnisse: N = 182 Studierende der Medizin des zweiten Studiensemesters nahmen an einem von fünf Tagen an der OSCE teil (Alter M = 22; 61% weiblich). Im Durchschnitt erreichten sie 64% der maximalen Punktzahl. Die interne Konsistenz des Parcours betrug α = .89. Die Ergebnisse der praktischen Prüfung korrelierten nicht mit denen der schriftlichen Prüfung im Kursus, was als positiver Hinweis für die Kriteriumsvalidität der OSCE aufzufassen ist. Die Studierenden gaben an, an allen Prüfungsstationen dazugelernt zu haben. Als häufigste Quelle ihrer Vorkenntnisse nannten sie den Kursus selbst; 92% sprachen sich für eine Weiterführung der OSCE aus.

Schlussfolgerungen: Mit der Entwicklung eines OSCE-Parcours zur Überprüfung allein kommunikativer ärztlicher Kompetenzen haben wir Neuland betreten. Die teststatistischen Ergebnisse weisen auf die Zuverlässigkeit und Gültigkeit und damit die Brauchbarkeit unseres Prüfungsmodells hin. Bei den Studierenden findet es größtenteils positive Resonanz. Im nächsten Semester werden die OSCE-Beurteilungen zu 50% in die Leistungskontrolle einfließen. Die von uns entwickelte Prüfung hat Modellcharakter für das Fach Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie in Deutschland sowie für andere patientennahe Fächer in der Medizin.


Literatur

1.
Jünger J, Köllner V. Integration of a doctor/patient-communication-training into clinical teaching. Examples from the reform-curricula of Heidelberg and Dreden Universities. Psychother Psychosom Med Psychol. 2003;53(2):56-64.
2.
Jünger J, Nikendei C. OSCE Prüfungsvorbereitung Innere Medizin. Stuttgart: Thieme-Verlag; 2005.