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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

08.10. - 10.10.2009, Freiburg

Dezentrale Pflichtfamulatur Allgemeinmedizin: eine Erfolgsgeschichte für Studierende und Lehrende

Medical traineeship General Medicine: a story of success for students and teachers

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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Freiburg im Breisgau, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmaT4P076

DOI: 10.3205/09gma076, URN: urn:nbn:de:0183-09gma0765

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Manhal et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Die Reform des Studienplans für das Diplomstudium Humanmedizin an der Medizinischen Universität Graz orientierte sich an integrativem, themenzentriertem, patientInnen-, problem- und praxisnahem Lehren und Lernen und ermöglichte durch die Einführung einer 5-wöchigen Pflichtfamulatur Allgemeinmedizin im letzten Studienjahr eine stärkere Berücksichtigung allgemeinmedizinischer Inhalte und praktischer ärztlicher Fertigkeiten im Studium. Durch die Mitarbeit in einer „universitären Lehrpraxis“ sollen Studierende einen Einblick in die allgemeinmedizinischen diagnostischen und therapeutischen Denk- und Handlungsweisen gewinnen, Basisfertigkeiten im Bereich der Allgemeinmedizin erwerben und im täglichen Umgang mit PatientInnen ihre sozialen und persönlichen Kompetenzen festigen.

Um zu überprüfen, inwieweit die angestrebten (Lern)Ziele im Studienjahr 2007/08 und im WS 2008/09 erreicht werden konnten, wurde eine Evaluierung der Pflichtfamulatur Allgemeinmedizin vorgenommen.

Methodik: Die Evaluation wurde mit Hilfe von Fragebögen zur Selbsteinschätzungen durchgeführt. Dazu wurden an der Medizinischen Universität Graz eine Studierenden- und eine Lehrendenversion eines entsprechenden Erhebungsinstruments entwickelt, das auf die Spezifika dieser Lehrveranstaltung zugeschnitten ist. Insgesamt liegen für den angegebenen Erhebungszeitraum Daten von 179 Studierenden und 141 Lehrenden vor. Die Auswertung der Fragebögen erfolgte auf Einzelitemebene in Form von Profildarstellungen.

Ergebnisse: Sowohl Studierende als auch lehrende AllgemeinmedizinerInnen zeigten sich mit der Lehrveranstaltung großteils sehr zufrieden und erlebten sie als durchwegs positiv. Weiter bestand Einigkeit hinsichtlich der Wichtigkeit allgemeinmedizinischer Lehr-/Lerninhalte für die Ausbildung zur Ärztin/zum Arzt. Die Studierenden hoben besonders die Bedeutung der Allgemeinmedizinfamulatur im 6. Studienjahr hervor – das Hauptaugenmerk des letzten Studienabschnitts liegt auf der Ausübung praktischer ärztlicher Fertigkeiten.

Schlussfolgerung: Durch die enge Zusammenarbeit zwischen der Medizinischen Universität Graz und der Steirischen Akademie für Allgemeinmedizin konnte eine große Zahl an engagierten AllgemeinmedizinerInnen angeworben werden, die den Studierenden die Besonderheiten ihres Faches näher bringen und dadurch einen wesentlichen Beitrag zur Vernetzung von Theorie und Praxis niedergelassener Tätigkeit leisten. Die Pflichtfamulatur Allgemeinmedizin wird von allen Beteiligten als positiver und wertvoller Bestandteil des letzten Studienjahres erlebt und hat sich an der Medizinischen Universität Graz als Fixpunkt in der praktischen Ausbildung etabliert. Als Konsequenz der vermehrten praktischen Orientierung der Ausbildung steht in Österreich eine Änderung des Ärztegesetzes unmittelbar bevor, die diesen Veränderungen in der humanmedizinischen Ausbildung Rechnung tragen wird.