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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

08.10. - 10.10.2009, Freiburg

Interdisziplinäre Fallkonferenz mit Studierenden aus Medizin, Pflege und Physiotherapie – ein innovatives Unterrichtskonzept

Vortrag

  • corresponding author Anne Barzel - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
  • author Änne-Dörte Jahncke-Latteck - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
  • author Heleen Prakke - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
  • author Stefanie Dohse - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Universitäre Bildungsakademie, Hamburg, Deutschland
  • author Anna-C. Wichmann - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Physiotherapie, Hamburg, Deutschland
  • author Silke Roschlaub - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
  • author Uta Schramm - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
  • author Gesche Ketels - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Physiotherapie, Hamburg, Deutschland
  • author Wilma Kuhls - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Universitäre Bildungsakademie, Hamburg, Deutschland
  • author Ulrike Jarchow - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Pflege, Hamburg, Deutschland
  • author Michael Rosenkranz - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Neurologie, Hamburg, Deutschland
  • author Hendrik van den Bussche - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Freiburg im Breisgau, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmaT4V068

DOI: 10.3205/09gma068, URN: urn:nbn:de:0183-09gma0681

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Barzel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung und Fragestellung: Die Bedeutung einer guten interdisziplinären Zusammenarbeit für eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung wird stets betont. Studierende der Gesundheitsfachberufe erleben interdisziplinäre Zusammenarbeit u.a. im Rahmen von Praktika, doch wird das Thema primär aus der berufsspezifischen Perspektive betrachtet. Ziel ist es, ein Konzept zu entwickeln und zu erproben, das die zukünftigen Akteure im Gesundheitssystem bereits während des Studiums für die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit sensibilisiert und auf die kooperativen Anforderungen ihrer späteren Berufstätigkeit vorbereitet. Das Projekt wird finanziert durch den Förderfonds Lehre der Medizinischen Fakultät des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.

Methodik: Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe aus Praktikern und Lehrenden hat mit dem Ziel, positive Lernerfahrung im Sinne eines „best-practice Modells“ erlebbar zu machen, das Unterrichtskonzept entwickelt. Kernstück sind interdisziplinäre Fallkonferenzen. Studierende aus Medizin, Pflege und Physiotherapie befragen in berufsspezifischen Kleingruppen einen Simulationspatienten, um für ihn einen Therapieplan zu erstellen. Anschließend stellen sie ihren Therapieplan auf einer interdisziplinären Fallkonferenz vor und formulieren gemeinsame Ziele für diesen Patienten. Diese Kooperationserfahrung wird vertieft durch die Hospitation bei einer anderen Berufsgruppe. Anhand von Leitfragen zur interdisziplinären Zusammenarbeit sollen deren Handlungsfelder bewusst erlebt werden. Es folgt ein interdisziplinäres Forum, um die persönlichen Erfahrungen in einen größeren Kontext zu stellen und gemeinsam Visionen zu entwickeln. Die Teilnahme an diesem Pilotprojekt ist freiwillig und für je 20 Studierende aus Medizin, Pflege und Physiotherapie konzipiert. Die Prozess- und Ergebnisevaluation erfolgt extern durch die Studierenden und intern durch die Projektbeteiligten.

Ergebnisse: Die interdisziplinären Fallkonferenzen wurden bereits umgesetzt. Das Lernziel „Sensibilisierung für die Perspektive der anderen Berufsgruppen“ wurde von den Teilnehmern deutlich erlebt. Die Notwendigkeit, voneinander zu lernen und sich regelmäßig auszutauschen, ist eine zentrale Erkenntnis der Teilnehmer. Sie halten es für wichtig, interdisziplinäres Denken und Handeln bereits in der Ausbildung zu üben. Dieses innovative Konzept wird zunächst einmal realisiert. Es wird angestrebt, die Erkenntnisse aus diesem Pilotprojekt in der Praxis zu verankern und zu explorieren, unter welchen Bedingungen, interdisziplinäre Zusammenarbeit curricular zwischen verschiedenen Studiengängen verzahnt werden kann.

Schlussfolgerungen: Dieses Pilotprojekt leistet einen Beitrag zu einem bislang in Deutschland unterrepräsentierten Thema. Um nachhaltige Effekte zu erzielen, müssen die Studierenden wiederholt Kooperationserfahrungen in verschiedenen Versorgungskontexten sammeln. Zentral ist dabei, die positiven Lernerfahrungen praxiswirksam umzusetzen.