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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

08.10. - 10.10.2009, Freiburg

Umfrage unter PJ-Studierenden aus Regel- und Modellstudiengang der Medizinischen Fakultät der RUB zu ihrer Promotion

Poster

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Freiburg im Breisgau, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmaT1P017

DOI: 10.3205/09gma017, URN: urn:nbn:de:0183-09gma0175

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Klimke-Jung et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Was hat das medizinische Studium eigentlich mit einer medizinischen Promotion zu tun?

Methodik: Während einer anwesenspflichtigen zentralen Studienveranstaltung führten wir eine Gesamterhebung mit 197 (weibl. 64%, männl. 36%) der derzeit 207 PJ-Studierenden der Ruhr-Universität Bochum (RUB) durch. 90 Studierende beantworteten den ausgeteilten Fragebogen. Die Analyse der Daten erfolgte im Methodenmix als quantitative Itemauswertung und qualitative Auswertung von Freitextfragen und Focusgruppeninterviews, die separat mit Regel- und Modellstudiengangsstudierenden geführt wurden.

Ergebnisse: 77 Studierende der derzeitigen PJ-Studenten an der RUB geben an zu promovieren. Dies entspricht 39% der Befragten (35% der Studierenden des RSM, 72% der MSM Studierenden). Die Ausbildung zum wissenschaftlichen Arbeiten erfolgt schwerpunktmäßig und individualisiert in den wissenschaftlichen Abteilungen bzw. Kliniken der Universität. 5% der Promovierenden fühlen sich durch ihr Studium gut auf die wissenschaftliche Tätigkeit der Promotion vorbereitet. Maßgeblich motivierend für die Promotion sind bei 65% der Promovierenden Status- und Karrieregründe. Wissenschaftliche Beweggründe werden von 23 % angegeben. Die Geschlechtszugehörigkeit hat keinen signifikanten Einfluß auf die Entscheidung zur Promotion.

Schlussfolgerung: Mehr als 1/3 aller derzeitigen PJ Studierenden der RUB verfolgt während des Studiums eine Promotion. Studierende des Modellstudiengangs, dem selbstorganisiertes, problemorientiertes Lernen als curriculares Grundprinzip unterliegt, wiesen dabei eine signifikant höhere Promotionsrate auf. Im Wiederspruch dazu steht die Wahrnehmung dieser Studierenden, durch ihr Studium nicht auf die wissenschaftliche Tätigkeit einer Promotion vorbereitet worden zu sein. In welcher Weise also trägt das Studium zur wissenschaftlichen Befähigung bei? Im Rahmen der neuen Curriculumplanung in Bochum werden derzeit Konzepte zur Systematisierung der Ausbildung zum wissenschaftlichen Arbeiten und deren Verankerung im Stundenplan diskutiert. Sind diese Konzepte der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung kompatibel mit den maßgeblichen studentischen Motivationsfaktoren zur Promotion?

Eine differenzierte Betrachtung der Daten unter Berücksichtigung von Geschlechts-und Studiengangszugehörigkeit (Modell-/Regelstudiengang Medizin), deren Diskussion sowie eine vertiefte Analyse der Focusgruppeninterviews zur Klärung der aufgezeigten Fragen soll, Gegenstand des Posters im Oktober sein.