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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

08.10. - 10.10.2009, Freiburg

Verschreibungsfehler vermeiden – eine prospektive, randomisierte, kontrollierte Studie

Vortrag

  • corresponding author Nora Celebi - Universitätsklinik Tübingen, Tübingen, Deutschland
  • author Peter Weyrich - Universitätsklinik Tübingen, Klinische Chemie, Stoffwechselerkrankungen, Endokrinologie und Nephrologie, Tübingen, Deutschland
  • author Reimer Riessen - Universitätsklinik Tübingen, Medizinische Fakultät, Tübingen, Deutschland
  • Kerstin Kirchhoff - Universitätsklinik Tübingen, Tübingen, Deutschland
  • author Maria Lammerding-Köppel - Universität Tübingen, Medizinische Fakultät, Kompetenzzentrum für Medizindidaktik, Tübingen, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Freiburg im Breisgau, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmaT1V006

DOI: 10.3205/09gma006, URN: urn:nbn:de:0183-09gma0066

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Celebi et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Verschreibungsfehler werden überwiegend von Berufsanfängern begangen und sind in der Regel vermeidbar. Mit der vorliegenden Studie soll untersucht werden, ob die Zahl der Verschreibungsfehler durch Famulaturen oder ein spezielles Verschreibungstraining vermindert werden kann.

Methodik: 74 Studenten des 5. Studienjahres an der Universitätsklinik Tübingen (25 ± 3 Jahre, 24 m, 50 w) wurden in eine prospektive, randomisierte, kontrollierte Cross-Over-Studie eingeschlossen. Sie schrieben Anordnungen für jeweils zwei fiktive standardisierte Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungen vor und nach einem Verschreibungstraining sowie einer Kontrollintervention. Zwei verblindete Ärzte werteten die Anordnungsbögen nach einer Checkliste auf Verschreibungsfehler aus.

Ergebnisse: Vor dem Verschreibungstraining unterliefen den Studenten 69 (± 12) % der möglichen Verschreibungsfehler, nach dem Training konnte dieser Prozentsatz auf 29 (± 15) % gesenkt werden. Studenten mit früheren Famulaturen in der Inneren Medizin (IM) unterschieden sich in der ersten Verschreibungsprüfung nicht von Studenten ohne Famulaturen in der IM (71 ± 9 % vs. 69 ± 13 %, p= .392).

Schlussfolgerungen: Durch ein spezifisches Unterrichtsmodul lässt sich die Rate von Verschreibungsfehlern kontextunabhängig reduzieren. Famulaturen tragen offensichtlich nicht zur Vermeidung häufiger Verschreibungsfehler bei.