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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

02.10. - 05.10.2008, Greifswald

Design-Prinzipien für virtuelle Patienten: Ergebnisse einer Fokusgruppenstudie

Vortrag/lecture

  • corresponding author Sören Huwendiek - Universitätsklinikum Heidelberg, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Heidelberg, Deutschland
  • Friedrich Reichert - Universitätsklinikum Heidelberg, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Heidelberg, Deutschland
  • Benjamin Hanebeck - Universitätsklinikum Heidelberg, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Heidelberg, Deutschland
  • Hans-Martin Bosse - Universitätsklinikum Heidelberg, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Heidelberg, Deutschland
  • Bas A. de Leng - Maastricht University, Department of Educational Development and Research, Maastricht, Netherlands
  • Cees PM. van der Vleuten - Maastricht University, Department of Educational Development and Research, Maastricht, Netherlands
  • Martin Haag - Universitätsklinikum Heidelberg, Zentrum für virtuelle Patienten, Heidelberg, Deutschland
  • Georg Friedrich Hoffmann - Universitätsklinikum Heidelberg, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Heidelberg, Deutschland
  • Burkhard Tönshoff - Universitätsklinikum Heidelberg, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Heidelberg, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Greifswald, 02.-05.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08gma108

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2008/08gma108.shtml

Eingereicht: 13. Juni 2008
Überarbeitet: 6. August 2008
Angenommen: 6. August 2008
Veröffentlicht: 19. August 2008
Veröffentlicht mit Erratum: 20. August 2008

© 2008 Huwendiek et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Es wurde untersucht, welches Design virtueller Patienten Studierende als ideal empfinden, um den Lernerfolg insbesondere hinsichtlich des differentialdiagnostischen Vorgehens zu unterstützen.

Methoden: 104 Medizinstudierende bearbeiteten mindestens acht virtuelle Patienten vier verschiedener Design-Varianten des Systems CAMPUS (http://www.virtuellepatienten.de) im Rahmen ihres Pädiatrie-Moduls (http://www.HeiCuMed.de). Die virtuellen Patienten wurden in zwei Player-Designs präsentiert und unterschieden sich hinsichtlich der Authentizität des web-basierten Instruktionsdesigns (Benutzeroberfläche, vorwiegender Fragentyp, Freiheit der Navigation). Weiterhin unterschieden sich die virtuellen Patienten hinsichtlich des Ausmaßes an Fragen und Erklärungen zum differentialdiagnostischen Vorgehen und dem Einsatz verschiedener Medien. Fünf Gruppen von jeweils 4-9 zufällig ausgewählter Studierender (n=27) nahmen an den Fokusgruppendiskussionen teil, die durch einen erfahrenen Moderator begleitet und anhand einer „Question route“ geführt wurden. Die Interviews wurden als Video aufgezeichnet, transkribiert und analysiert. Die schriftlichen Zusammenfassungen der Sitzungen wurden von den Studierenden als zutreffend bestätigt.

Ergebnisse: Die Analyse der Fokusgruppensitzungen ergab zehn Prinzipien zur Optimierung des Designs virtueller Patienten:

1.
Ein virtueller Patient sollte relevant sein,
2.
einen adäquaten Schwierigkeitsgrad haben,
3.
hoch interaktiv sein,
4.
spezifisches Feedback anbieten,
5.
Medien optimal einsetzen,
6.
Studierenden dabei helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren,
7.
Wiederholung relevanter Lerninhalte im Rahmen des Falles ermöglichen,
8.
authentisch hinsichtlich des web-basierten Oberflächen-Designs,
9.
der studentischen Aufgaben gestaltet sein, und
10.
Fragen und Erklärungen enthalten, die explizit das differentialdiagnostische Denken fördern.

Schlussfolgerung: Die Studierenden beurteilten das spezifische Design virtueller Patienten als hochrelevant für den Lernprozess. Viele der genannten Prinzipien werden durch nicht-empirische Untersuchungen unterstützt. Es ist daher vorgesehen, den Einfluß dieser Prinzipien auf den Lernerfolg in quantitativen und kontrollierten Studien zu validieren.


Erratum

Bei der Erstveröffentlichung wurden die Autoren Cees PM. van der Vleuten, Martin Haag, Georg Friedrich Hoffmann und Burkhard Tönshoff irrtümlicherweise nicht genannt.