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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

02.10. - 05.10.2008, Greifswald

Studentische Tutoren unterstützen den praktischen Unterricht in der Neurologie: eine randomisierte Studie

Vortrag/lecture

  • corresponding author Josef G. Heckmann - Universitätsklinikum Erlangen, Neurologische Klinik, Erlangen, Deutschland
  • author Christophe Rauch - Universitätsklinikum Erlangen, Neurologische Klinik, Erlangen, Deutschland
  • author Christoph Lang - Universitätsklinikum Erlangen, Neurogische Klinik, Erlangen, Deutschland
  • author Markus Weih - Universitätsklinikum Erlangen, Psychiatrische Klinik, Erlangen, Deutschland
  • author Stefan Schwab - Universitätsklinikum Erlangen, Neurogische Klinik, Erlangen, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Greifswald, 02.-05.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08gma102

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2008/08gma102.shtml

Eingereicht: 11. Juni 2008
Überarbeitet: 6. August 2008
Angenommen: 6. August 2008
Veröffentlicht: 19. August 2008

© 2008 Heckmann et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Über den Einsatz studentischer Tutoren im Fach Neurologie liegen bisher kaum Untersuchungen vor. Ziel der Arbeit war es der Frage nachzugehen, ob mit Hilfe studentischer Tutoren im praktischen Unterricht Neurologie hinreichend praktische Fertigkeiten vermittelt werden können.

Methodik: Die Medizinstudierenden des WS 2007/2008 (n=122) erhielten nach Gruppenrandomisierung ihren praktischen Unterricht Neurologie (Demonstration und Übung der neurologischen Untersuchung; Lumbalpunktion am Phantom) entweder von studentischen Tutoren (Interventionsgruppe) oder von Fachärzten (Kontrollgruppe). Der übrige Rahmen des Blockpraktikums (Seminare, praktische Arbeit auf Station) war in beiden Gruppen gleich. Der primäre Endpunkt war das Prüfungsergebnis im Objective Structured Clinical Examination (OSCE) und in einem schriftlichen Test auf Entscheidungswissen. Sekundäre Endpunkte waren die Ergebnisse der Evaluation des Unterrichtes und der Selbsteinschätzung hinsichtlich des Zugewinns an Praxis- und Wissenskompetenz.

Ergebnisse: Im schriftlichen Test und OSCE zeigte die Interventionsgruppe einen nichtsignifikanten Vorteil (schriftlicher Test 69.5 +/- 10.2 %; OSCE 93.7 +/- 6.3 %) im Vergleich zur Kontrollgruppe (schriftlicher Test 66.7 +/- 11.4 %; OSCE 91.9 +/- 5.1 %) (p=0.152; p=0.110). Die Effektstärke Cohen´s d zeigte einen moderaten Effekt von 0.27 (schriftlicher Test) und 0.31 (OSCE) zugunsten der von studentischen Tutoren betreuten Studierenden. In der Evaluation und Selbsteinschätzung bestanden keine signifikanten Unterschiede außer der evaluierten höheren fachlichen Kompetenz der postgraduierten Dozenten (p=0.004).

Schlussfolgerung: Klinisches Training vermittelt von studentischen Tutoren führt zu moderat höheren Punktwerten in einem schriftlichen Test und OSCE bei gleichwertig selbst eingeschätzten Lernerfolg. Es wäre überlegenswert, praktischen Unterricht mit studentischen Tutoren in das Spektrum der Ausbildung im klinischen Fach Neurologie aufzunehmen.