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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

02.10. - 05.10.2008, Greifswald

„Warum studieren Sie Medizin“? Gender-Aspekte bei Motiven und Karriereperspektiven von MedizinstudentInnen in Wien

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  • corresponding author Angelika Hofhansl - Medizinische Universität Wien, Besondere Einrichtung für Medizinische Aus- und Weiterbildung, Wien, Österreich
  • Ulrike Willinger - Medizinische Universität Wien, Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Wien, Österreich

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Greifswald, 02.-05.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08gma93

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2008/08gma093.shtml

Eingereicht: 15. Mai 2008
Überarbeitet: 6. August 2008
Angenommen: 6. August 2008
Veröffentlicht: 19. August 2008

© 2008 Hofhansl et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund: Motive für die Studienwahl „Medizin“ sowie die Fächerpräferenz von MedizinstudentInnen sind Gegenstand zahlreicher Forschungsarbeiten (z.B. [3], [5]). Dabei werden mögliche Zusammenhänge zwischen soziodemographischen Faktoren (insbesondere Geschlecht und Herkunftsfamilie) sowie Einstellungen zu Leistungs- und Karriereaspekten untersucht (z.B. [2]).

An der Medizinischen Universität Wien (MUW) findet sich seit der Implementierung des Reformcurriculums im Jahr 2002 ein deutlich verändertes Studierenden-Kollektiv. Das liegt einerseits am vermehrten Zustrom deutscher Studierender (aufgrund des EuGH-Urteils von 2005), andererseits an der für Österreich nach Jahrzehnten des freien Hochschulzugangs völlig neuen Zugangsbeschränkung vor Studienbeginn.

Bislang gibt es an dieser neuen Generation von Studierenden noch keine Untersuchungen über ihre Motive zur Studienwahl, über ihre Berufsperspektiven, Karriere- und Leistungsmotivation.

Fragestellungen: Was sind die häufigsten Motive für die Studienwahl „Medizin“ in Wien? Welche zukünftigen Fachrichtungen werden zum Zeitpunkt der Erhebung am stärksten präferiert? Haben Geschlecht, Herkunft etc. einen Einfluss auf diese Motive bzw. auf die Präferenz für ein zukünftiges Ausbildungsfach? Gibt es einen Unterschied zwischen Männern und Frauen hinsichtlich ihrer Karriere- und Leistungsmotivation? Unterscheiden sich die Studierenden aus verschiedenen Jahrgängen in diesen Fragestellungen?

Methoden: In einem Querschnitts-Design wurden Medizinstudierende aus dem 1., 3., und 6. Studienjahr (n/Jahrgang = 130) via Fragebögen untersucht. Neben der Erhebung von soziodemographischen Variablen wurden eine Motivliste zur Studienwahl, eine Fächerliste zur Auswahl des präferierten Fachgebietes, ein Karrieremotivations-Fragebogen [1] sowie ausgewählte Skalen aus dem Leistungsmotivationsinventar [4] vorgegeben.

Ergebnisse: Als häufigste Motive für die Studienwahl werden bei männlichen Studierenden Streben nach intellektueller Herausforderung und bei weiblichen Studierenden die Möglichkeit, Menschen zu helfen und für sie zu sorgen, genannt (nicht sign.). Am wenigsten ausschlaggebend sind Einfluss von Freunden bzw. der Wunsch der Familie. Die stärkste Fächerpräferenz gilt den chirurgischen Fächern (bei Männern sign. häufiger). Signifikante Geschlechtsunterschiede zeigen sich weiters im Wettbewerbsstreben sowie in der Erfolgszuversicht (beides bei männlichen Studierenden höher). Die nationale Herkunft hat darauf hingegen keinen Einfluss.

Die Ergebnisse werden im Querschnittsvergleich aufgezeigt und analysiert.

Schlussfolgerungen: Die Daten zeigen bei den Wiener Medizinstudenten des Anfängerjahrgangs 2007 eine deutliche Gender-Differenz hinsichtlich Studienmotive, zukünftiger Fächerpräferenz sowie in der Karriere- und Leistungsorientierung auf. Mögliche daraus resultierende Implikationen für die MUW werden im Beitrag diskutiert.


Literatur

1.
Abele AE. Karriereorientierungen angehender Akademikerinnen und Akademiker. Bielefeld: Kleine; 1994.
2.
Buddeberg-Fischer B, Klaghofer E, Abel T, Buddeberg C. The influence of gender and personality traits in the career planning of Swiss medical students. Swiss Med Wkly. 2003;133:535-540.
3.
McManus IC, Livingston G, Katona C. The attractions of medicine: The generic motivations of medical school applicants in relation to demography, personality and achievement. BMC Med Educ. 2006;6:11.
4.
Schuler H, Prochaska M. Leistungsmotivationsinventar. Göttingen: Hogrefe; 2001.
5.
Vaglum P, Wiers-Jenssen J, Ekeberg O. Motivation for medical school: The relationship to gender and specialty preferences in a nationwide sample. Med Educ. 1999;33(4):236-242.