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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

02.10. - 05.10.2008, Greifswald

Flächendeckende Kariesprävention an Schulen und Kindergärten im Rahmen der studentischen Ausbildung

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  • corresponding author Christine Berndt - Universität Greifswald, Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Greifswald, Deutschland
  • Christian Splieth - Universität Greifswald, Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Greifswald, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Greifswald, 02.-05.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08gma67

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2008/08gma067.shtml

Eingereicht: 14. Mai 2008
Überarbeitet: 6. August 2008
Angenommen: 6. August 2008
Veröffentlicht: 19. August 2008

© 2008 Berndt et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Die Medizinische Fakultät der Universität Greifswald verfolgt das Konzept der Community Medicine/Dentistry in Forschung, Lehre und Versorgung.

Für die Lehre heißt das, den Vorlesungssaal zu verlassen und in kommunalen Einrichtungen problemorientiert bevölkerungsnahe (Zahn-)Medizin zu erlernen. Ziel es ist, das Zahnmedizinstudium möglichst frühzeitig präventionsorientiert und patientennah zu gestalten, um so gut für die klinische Tätigkeit im 2. Studienabschnitt vorbereitet zu sein.

Der Präventionskurs des 2. Studienjahres der Zahnmedizin in Greifswald vereint Lehre und flächendeckende Prävention und ermöglicht den Studenten durch viel Eigeninitiative und gestalterische Freiräume einen ersten Zugang zur präventiv orientierte (Zahn-)medizin.

Fragestellung: Ziel des Kurses ist die Stärkung von Wissens-, Verhaltens- und Fertigkeitskompetenzen, sowohl der Studenten als auch der betreuten Kinder.

Als Lerninhalte sind festgelegt: Kariesätiologie, Kariesprävention, Epidemilogie, Ernährungslehre, Kommunikation, somatische und psychische Entwicklung von Kindern.

Methodik: Nach der Einführungsvorlesung, die der Vermittlung des Basiswissen dient, wird in Kleingruppenarbeit das Wissen zu speziellen Themen mittels problemorientiertem Lernen (POL) für moderierte Kurzvorträgen nicht nur erworben, sondern auch vermittelt.

Danach werden durch die einzelnen Studentengruppen Präventionspläne für die verschiedenen jeweiligen Kindergärten und Schulen aufgestellt, die sie 1 Jahr lang betreuen.

Die Umsetzung in den Einrichtungen folgt dann dem partizipartiven Ansatz und wird von den Studenten in Eigenregie, unterstützt durch Lehrer, Erzieher und den universitären Kursleiter durchgeführt, so dass die Studenten Feedback und Tipps vor allem zu Kommunikationsfragen erhalten. In einer abschließenden Hausarbeit wird das Programm dokumentiert und ausgewertet, was den Nachfolgern als Planungsgrundlage dient.

Ergebnisse: Die Evaluation des Kurses durch die Studenten erzielt konstant Bestnoten. Die Outcome-Kontrolle durch Reihenuntersuchungen belegt in allen Einrichtungen seit 15 Jahren einen deutlichen Rückgang der Kariesprävalenz, der über den Landesdurchschnitt hinausgeht. Die qualitative Rückkopplung durch die Lehrer und Erzieher ist ebenfalls positiv.

Schlussfolgerung: Das flächendeckende zahnmedizinische Präventionsprogramm an Schulen und Kindergärten vernetzt sehr praxisnah den studentischen Ausbildungsbedarf mit dem bevölkerungswirksamen, präventionsorientierten Ansatz, findet bei Studenten und der Bevölkerung einen hohe Akzeptanz und ist ausgesprochen effektiv.