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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

02.10. - 05.10.2008, Greifswald

Das Greifswalder Lehrkonzept Medizinische Psychologie: Förderung von Kommunikations- und Forschungskompetenzen in der vorklinischen Ausbildung

Poster

  • corresponding author Ulrich Wiesmann - Universität Greifswald, Institut für Medizinische Psychologie, Greifswald, Deutschland
  • Christine Altenstein - Universität Greifswald, Institut für Medizinische Psychologie, Greifswald, Deutschland
  • Gabriele Niehörster - Universität Greifswald, Institut für Medizinische Psychologie, Greifswald, Deutschland
  • Wolfgang Hannöver - Universität Greifswald, Institut für Medizinische Psychologie, Greifswald, Deutschland
  • Kati Möbius - Universität Greifswald, Institut für Medizinische Psychologie, Greifswald, Deutschland
  • Hans-Joachim Hannich - Universität Greifswald, Institut für Medizinische Psychologie, Greifswald, Deutschland
  • Jeannette Riedel - Universität Greifswald, Institut für Medizinische Psychologie, Greifswald, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Greifswald, 02.-05.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08gma37

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2008/08gma037.shtml

Eingereicht: 12. Juni 2008
Überarbeitet: 6. August 2008
Angenommen: 6. August 2008
Veröffentlicht: 19. August 2008

© 2008 Wiesmann et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Mit Eintreten der neuen ÄAO hat die vorklinische psychologische Ausbildung in der Medizin eine neue Wertigkeit bekommen. Gemäß § 1 soll die Ausbildung zum Arzt auf wissenschaftlicher Grundlage erfolgen und praxis- und patientenbezogen durchgeführt werden. Das modularisierte Curriculum des Fachs Medizinische Psychologie an der Universität Greifswald folgt diesen Zielstellungen. Vor diesem Hintergrund wird die aktuelle Lehreinheit „Praxisorientierte Anwendungen“ im Seminar Medizinische Psychologie vorgestellt. Die Innovationen bestehen in der Strukturierung der Lehre in Form einer Kombination von Plenar- und Seminarveranstaltungen, der verstärkten praxisbezogenen Ausgestaltung von psychologischen Anwendungsfeldern in der ärztlichen Tätigkeit durch den Einsatz von Simulationspatienten sowie der Organisation und Durchführung eines Studentenkongresses zur Evaluation studentischer Forschungsarbeiten.

Methodik: Zehn Seminargruppen eines Jahrgangs durchlaufen diese Lehreinheit, mit der vier Lernziele verfolgt werden. Das erste Lernziel, Selbstreflexion über den guten Arzt, beinhaltet, dass die Studierenden über ihre eigene Persönlichkeitsentwicklung zum Arzt nachdenken und Gefährdungen im Arztberuf erkennen sollen. Anhand von ethischen Dilemmata wird verdeutlicht, dass der gute Arzt über Urteilsvermögen und Empathiefähigkeit verfügen muss. Die Studierenden sollen zweitens medizinpsychologisches Wissen erwerben und vertiefen. In jeder Seminargruppe werden jeweils vier Arbeitsgruppen zu den Themen Schmerzanamnese bei chronischen Rückenschmerzen, Motivierende Gesprächsführung bei Suchtproblemen, Partizipative Entscheidungsfindung bei Depressionen und dem Überbringen schlechter Nachrichten bei Tumorerkrankungen gebildet. Jede Arbeitsgruppe soll sich sowohl inhaltlich mit der Problematik als auch strategisch mit dem Gesprächsführungsansatz in Form eines Kurzreferats auseinandersetzen. Die Studierenden sollen drittens psychologische Fertigkeiten schulen. Neben dem Einüben kooperativer Arbeitsformen und dem Erwerb von Präsentationstechniken veranschaulicht jede Arbeitsgruppe ihren patientenzentrierten Ansatz in der direkten Interaktion mit geschulten Simulationspatienten. Nach jedem Rollenspiel erfolgen ausführliche Rückmeldungen in der Seminargruppe. Das vierte Lernziel beinhaltet den Erwerb und die Vertiefung wissenschaftlich-methodischer Kenntnisse und eine erste Forschungstätigkeit. Jede Arbeitsgruppe entwickelt aus ihrem Problemfeld heraus eine Fragestellung, prüft diese empirisch oder setzt sie kreativ um, und stellt ihre Projektarbeit auf dem Greifswalder Studentenkongress "Forschen lernen" als mediengestützten Vortrag, Poster oder in einer anderen Form vor. Die Forschergruppen werden kontinuierlich von ihrem Dozenten supervidiert und erhalten am Ende eine differenzierte Rückmeldung.

Ergebnisse und Schlussfolgerung: Das Greifswalder Lehrkonzept wird im Kontext der noch anstehenden studentischen Evaluation diskutiert.