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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

02.10. - 05.10.2008, Greifswald

Erfolgreiches Lernen als harmonisches Zusammenspiel von individuellen Voraussetzungen und Anforderungen der Lernumgebung

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  • corresponding author Götz Fabry - Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Abteilung für Medizinische Psychologie, Freiburg, Deutschland
  • author Marianne Giesler - Albert-Ludiwgs-Universität Freiburg, Abteilung für Medizinische Psychologie, Freiburg, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Greifswald, 02.-05.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08gma32

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2008/08gma032.shtml

Eingereicht: 14. Juni 2008
Überarbeitet: 6. August 2008
Angenommen: 6. August 2008
Veröffentlicht: 19. August 2008

© 2008 Fabry et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Es gibt Hinweise darauf, dass Studienleistungen vom individuellen Zusammenspiel (study orchestration) verschiedener Bedingungsfaktoren des Lernens (z.B. Lernstrategien, Lernmotivation, Lernkonzeption) abhängen. Zudem sind erfolgreiche Studierende in der Lage, dieses Zusammenspiel den Erfordernissen des Studiums anzupassen. Demgegenüber kann ein „dissonantes“ Zusammenspiel entstehen, wenn die persönlichen Ziele der Studierenden nicht mit den Erfordernissen der Lernumwelt in Einklang stehen. Ziel der vorliegenden Studie war es herauszufinden, inwieweit sich bereits zu Studienbeginn verschiedene, u.a. auch dissonante Formen dieses Zusammenspiels bei Studierende der Humanmedizin identifizieren lassen.

Methode: Eine Stichprobe von 270 Studierende (57% weiblich) wurde im ersten Semester zu ihren Lernstrategien, ihre studienbezogene Motivation, ihren epistemologischen Überzeugungen und ihren Studien- und Berufszielen befragt. Um Gruppen von Studierenden zu bilden, die in ihren Lern-Orchestrierungen übereinstimmen, wurden hierarchische Clusteranalysen nach der WARD-Methode berechnet. Um zu ermitteln inwieweit sich die so gebildeten Gruppen in weiteren Merkmalen unterscheiden, wurden Varianzanalysen und c2-Tests durchgeführt.

Ergebnisse: Fünf Gruppen von Studierenden konnten ermittelt werden, die unterschiedliche Lern-Orchestrierungen aufweisen. Während in jeweils zwei Clustern die Studierenden zum Oberflächenlernen oder zum Tiefenlernen neigen, weisen die Studierenden in einem Cluster (n=31) ein eher dissonantes Zusammenspiel auf: Sie fühlen sich u.a. in ihrer Aufmerksamkeit beeinträchtigt und sind weniger bereit als ihre Kommiliton/inn/en vermehrte Anstrengungen in Kauf zu nehmen, um ihre Studien- und Lernziele zu erreichen. Darüber hinaus sind sie weniger erfolgsmotiviert.

Schlussfolgerungen: Mithilfe der Clusteranalyse ist es gelungen, verschiedene Formen von Lern-Orchestrierungen zu identifizieren. Um die Studierenden gezielt dabei zu unterstützen, ihr Lernverhalten zu optimieren, sind solche Muster ein wichtiger Ausgangspunkt, um spezifische Interventionen (z.B. Beratungsangebote) zu entwickeln. Dies gilt insbesondere für dissonante Lern-Orchestrierungen, da diese im Zusammenhang mit Studienproblemen stehen könnten.