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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

02.10. - 05.10.2008, Greifswald

Arbeitsmedizinische Betriebsbesichtigungen – Aktivität schafft Interesse

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  • corresponding author Sibylle Hildenbrand - Klinikum Tübingen, Institut für Arbeits- und Sozialmedizin, Tübingen, Deutschland
  • author Verena Röder - Klinikum Tübingen, Institut für Arbeits- und Sozialmedizin, Tübingen, Deutschland
  • author Monika A. Rieger - Klinikum Tübingen, Institut für Arbeits- und Sozialmedizin, Tübingen, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Greifswald, 02.-05.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08gma30

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2008/08gma030.shtml

Eingereicht: 15. Mai 2008
Überarbeitet: 6. August 2008
Angenommen: 6. August 2008
Veröffentlicht: 19. August 2008

© 2008 Hildenbrand et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Fragestellung: Wie lässt sich die arbeitsmedizinische Lehrveranstaltung Betriebsbesichtigung hinsichtlich der Beteiligung der Studierenden verbessern?

Methodik: Modifikation der Lehrveranstaltung gemäß der didaktischen Zielsetzung, Aktivierung der Studierenden durch eigene Beiträge in der Lehrveranstaltung.

Die Betriebsbesichtigungen in der ursprünglichen und in der neu konzipierten Version wurden miteinander verglichen (Befragung der Studierenden, Auswertung der schriftlichen studentischen Evaluation, persönliche Eindrücke der Dozenten).

Ergebnisse: Ursprüngliche Betriebsbesichtigung unter arbeitsmedizinischen Gesichtspunkten:

Die Studierenden (Gruppengröße 30-40) im 7. Semester konnten unter 4-5 Betriebsbesichtigungen (halb- bis ganztägig) frei wählen. Die Vorbereitung zur Exkursion war eine 15minütige Besprechung während der Busfahrt zum Betrieb mit Hinweisen, auf welche Punkte sie achten sollten (z.B. persönliche Schutzmaßnahmen). Bei unterschiedlicher Beteiligung der Studierenden hatte die Betriebsbesichtigung teilweise den Charakter einer Führung. Je nach Gruppe wurde die Möglichkeit zur Diskussion mit den Arbeitsmedizinern der Firmen vor Ort unterschiedlich genutzt. Im Bus fand eine kurze Befragung statt, ob noch Fragen offen waren und wie die Betriebsbesichtigung empfunden wurde. Die Bemerkungen im Bus waren spärlich, die Studenten wirkten relativ erschöpft.

Neu konzipierte Betriebsbesichtigung unter arbeitsmedizinischen Gesichtspunkten:

Die Studierenden im 10. Semester wurden in 40iger Gruppen den Betriebsbesichtigungen (halb- bis ganztägig) zugeteilt. Ein vorbereitendes einstündiges Seminar fand 1-7 Tage vor der Betriebsbesichtigung statt. Die Studierenden mussten sich Checkpunkte für eine allgemeine Betriebsbegehung durch einen Arbeitsmediziner überlegen. Jeweils 3 Studierende wählten sich 1 Thema aus 12 Themen aus (z.B. Psychomentale Belastungen), zu welchem sie Unterpunkte erarbeiteten, die dann durch Plenum und Dozenten ergänzt wurden.

Die Studenten hatten die Aufgabe, ihre Beobachtungen zum gewählten Thema als Kurz-Vortrag mit Folien im nachbereitenden Seminar (1-7 Tage nach Besichtigung, einstündig) zu präsentieren.

Schlussfolgerung: In der neuen Konzeption waren die Studierenden durch das einführende Seminar besser vorbereitet und hatten sich mit einer Checkliste für eine Betriebsbegehung beschäftigt.

Sie konnten die Exkursion besser strukturiert und intensiver erleben, nach dem Motto „Man sieht nur, was man kennt“. Die Aufgabe, ihr Thema später zu präsentieren, hatte ein aktives und engagiertes Verhalten der Studenten während der Exkursion zur Folge.

Weitere Verbesserungsmöglichkeiten: Kürzung der Checkliste von 12 auf 10 Themen, Reduzierung der Gruppengröße auf 20 Studierende, frei wählbare Präsentationsform der Ergebnisse.

Insgesamt waren die Studenten bei der neuen Konzeption der Betriebsbesichtigung besser vorbereitet, engagierter, aktiver und absolvierten nicht wie früher einen manchmal als passiv erlebten „Ausflug“.