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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

02.10. - 05.10.2008, Greifswald

Der Einsatz von medizinischen Trainingszentren für die Ausbildung zum Arzt in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz

Poster

  • corresponding author Luisa Segarra - Universitätsklinikum Erlangen, Medizinische Klinik 1, Erlangen, Deutschland
  • Andreas Schwedler - Universitätsklinikum Erlangen, Medizinische Klinik 1, Erlangen, Deutschland
  • author Markus Weih - Universitätsklinikum Erlangen, Psychiatrische und Psychotherapeutische Klinik, Erlangen, Deutschland
  • author Eckhart G. Hahn - Universitätsklinikum Erlangen, Medizinische Klinik 1, Erlangen, Deutschland
  • author Anita Schmidt - Universitätsklinikum Erlangen, Medizinische Klinik 1, Erlangen, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Greifswald, 02.-05.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08gma27

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2008/08gma027.shtml

Eingereicht: 8. Mai 2008
Überarbeitet: 6. August 2008
Angenommen: 6. August 2008
Veröffentlicht: 19. August 2008

© 2008 Segarra et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Seit der Novellierung der ÄAppO im Jahr 2002 werden im deutschsprachigen Raum an den medizinischen Universitäten zunehmend Medizinische Trainings- und Prüfungszentren eingerichtet. Die vorliegende Erhebung soll einen Überblick über den Stand der Entwicklung in diesem Bereich in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz bieten.

Methodik: In der Zeit von August bis Dezember 2007 wurden alle 43 medizinischen Fakultäten in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz schriftlich befragt. Der Fragebogen umfasste 7 Themenbereiche. Die weitere Auswertung bezieht sich auf Trainingszentren, in denen mehr als eine Disziplin unterrichtet wird („zentrale“ Trainingszentren).

Ergebnisse: Der Rücklauf betrug 100%. Von 43 Fakultäten verfügten 33 zum Zeitpunkt der Befragung über ein Trainingszentrum, 24 davon gingen in die weitere Auswertung ein. 22 Trainingszentren waren ärztlich geleitet, die Zahl der Mitarbeiter lag zwischen 1 bis 8, die der studentischen Tutoren zwischen 0 und 40. Das Spektrum der zur Verfügung stehenden Grundfläche reichte von unter 100 Quadratmetern bis zu 2500 Quadratmetern. An den meisten Trainingszentren wurde mit strukturierten Arbeitsanleitungen gearbeitet (19 Einrichtungen), in 18 Einrichtungen unterrichteten Ärzte und studentische Tutoren. In der Mehrheit der Fälle (13) war der Unterricht curricular integriert. An 19 Zentren wurden OSKE durchgeführt. An 19 Zentren wurde mit Simulationspatienten gearbeitet, die in 15 Zentren auch für Prüfungen eingesetzt wurden. 17 Zentren arbeiteten mit problemorientiertem Lernen, 16 setzten computerbasiertes Lernen ein. Die Fragen zu Personalkosten, laufenden Kosten und Anschaffungskosten wurden nur von sehr wenigen Zentren und sehr inhomogen beantwortet.

Diskussion: Die Einrichtung von Medizinischen Trainingszentren im deutschsprachigen Raum ist durch die neue ÄAppO und durch die Erhebung von Studiengebühren deutlich vorangetrieben worden. Große Ähnlichkeiten zwischen den Zentren zeigten sich in den Bereichen Lehrinhalte, -methoden und Prüfungen. Es fand sich keine Korrelation zwischen der Größe des Trainingszentrums und seinem Gründungszeitpunkt oder den Anschaffungs- bzw. Personalkosten. Der deutliche Anstieg von neu eröffneten TZ in zeitlichem Zusammenhang mit der Einführung der Studiengebühren legt nahe, dass hiermit eine konkrete Verbesserung der Ausbildungssituation durch die Studiengebühren beabsichtigt wird.

Schlussfolgerung: Um Ressourcen zu sparen, wird eine enge Zusammenarbeit der bestehenden Trainingszentren und eventuell die Entwicklung gemeinsamer Qualitätsstandards oder einer Leitlinie für medizinische Trainingszentren empfohlen.