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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

16.11. - 18.11.2007, Hannover

PJ-Tutoren-Programm in der Inneren Medizin zur Verbesserung der studentischen Ausbildung auf Station: eine Studie im Kontrollgruppendesign

Senior student peer teaching program in internal medicine for the improvement of student education on ward: a group control design study

Votrag/Lecture

  • corresponding author Sven Andreesen - Universität Heidelberg, Klinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin, Abteilung II, Heidelberg, Deutschland
  • author Katja Hoffmann - Universität Heidelberg, Klinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin, Abteilung II, Heidelberg, Deutschland
  • author Jana Jünger - Universität Heidelberg, Klinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin, Abteilung II, Heidelberg, Deutschland
  • author Christoph Nikendei - Universität Heidelberg, Klinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin, Abteilung II, Heidelberg, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Hannover, 16.-18.11.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gma161

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2007/07gma161.shtml

Veröffentlicht: 14. November 2007

© 2007 Andreesen et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der Stationsunterricht stellt für die Medizinstudierenden eine zentrale Schlüsselveranstaltung dar, um an die spätere Tätigkeit als Arzt herangeführt zu werden. Allerdings sind Einsätze auf Station mit zahlreichen organisatorischen und strukturellen Problemen behaftet. An der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg wurde daher ein PJ-Tutorenprogramm implementiert, welches der Verbesserung der studentischen Ausbildung auf Station dienen soll.

Methodik: 95 Medizinstudenten wurden randomisiert 7 Interventionsstationen mit tutorieller Betreuung (n = 43) und 7 Kontrollstationen (n = 52) zugewiesen. Eine Betreuung durch ärztliche Dozenten und ein Creditpointsystem war auf allen Stationen implementiert. Auf den Interventionsstationen wurden 10 patientenzentrierte Trainingseinheiten á 45 Minuten mit den Themen Anamnese, körperliche Untersuchung, Kurvenführung, etc. angeboten. Die Akzeptanz des PJ-Tutoren- Programms sowie die Veränderungen der subjektiven Kompetenzeinschätzungen (prä-post) der Studenten wurde auf einer Likert- Skala (1-6) bei n=95 Studierenden evaluiert.

Ergebnisse: Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Betreuung durch den PJ- Tutor sehr gut evaluiert wird (MW: 1,39, SDW: 0,71). Die Interventionsgruppe gibt an, dass sie im allgemeinen (IG: MW 1,83, SDW 0,79) mehr gelernt hat als die Kontrollgruppe (KG: MW 3,26, SDW 0,79; p<0,001). Die subjektiven Kompetenzeinschätzungen verbesserten sich im prä-post-Vergleich bei der Interventionsgruppe in wichtigen Kompetenzbereichen (z.B. Kurvenführung p=0,022) signifikant gegenüber der Kontrollgruppe. Darüber hinaus berichtet die Interventionsgruppe über weniger Berührungsängste bezüglich der Tätigkeit auf Station (IG: MW 1,97, SDW 1,10; KG: MW: 2,97, SDW: 1,10, p<0,001).

Schlussfolgerung: Ein PJ-Tutoren-Programm auf Station stößt bei den Studierenden auf hohe Akzeptanz und führt in wichtigen Kompetenzbereichen zu einem signifikanten Zuwachs subjektiver Kompetenzeinschätzungen. Wir folgern, dass solch ein Tutorenprogramm einen effizienten Baustein innerhalb der studentischen Ausbildung im Fach Innere Medizin darstellt.