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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

16.11. - 18.11.2007, Hannover

Der Patient in der Vorklinik- Schlüssel zu Motivation und Lernerfolg?

Vortrag/Lecture

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  • corresponding author Thomas Quellmann - Universität Duisburg-Essen, Institut für Allgemeinmedizin, Essen, Deutschland
  • author Fobbe Gabriele - Universität Duisburg-Essen, Institut für Allgemeinmedizin, Essen, Deutschland
  • author Gesenhues Stefan - Universität Duisburg-Essen, Institut für Allgemeinmedizin, Essen, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Hannover, 16.-18.11.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gma157

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2007/07gma157.shtml

Veröffentlicht: 14. November 2007

© 2007 Quellmann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die aktuelle Approbationsordnung fordert für das Medizinstudium eine möglichst frühzeitige Verzahnung der klinischen Fächer mit den vorklinischen Disziplinen und eine fächerübergreifende praxisnahe Fallarbeit.

Mit dem Wahlfach Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Essen im 4. Semester werden diese Vorgaben in Kleingruppen nach den Prinzipien des fallorientierten Lernens umgesetzt. Den Studierenden wird ein früher Kontakt zu hausärztlichen Behandlungsstrategien ermöglicht. Lehrinhalte und Lernziele orientieren sich an den Inhalten der Grundlagenfächer und bauen auf den bereits erworbenen Erfahrungen mit dem fallorientierten Lernen auf.

Methodik: In die Unersuchung eingeschlossen wurden 41 Studierende, überwiegend des 4. vorklinischen Semesters, die sich für das Wahlfach „Hausärztliche Behandlungsstrategien“ entschieden hatten. Alle Teilnehmer wurden zu Beginn und zum Ende des Wahlfaches mit einem differenzierten Fragebogen zu ihrem persönlichen Hintergrund, zu Motiven und Einstellungen befragt.

Auf der Basis der erhobenen Informationen wurden zwei Gruppen mit größtmöglicher Übereinstimmung bezüglich lernrelevanter Merkmale gebildet.

Eine der Gruppen hatte neben der fallorientierten Arbeit in jeder Unterrichtseinheit Gelegenheit, bei einem hausärztlichen Patienten ein Anamnesegespräch und eine symptombezogene Untersuchung durchzuführen.

Abschließend nahmen alle Teilnehmer zur Kontrolle des Lernerfolgs an einer formativen MC – Klausur auf Physikumniveau teil.

Ergebnisse: Der Gruppenvergleich zeigt den Einfluss des frühzeitigen Patientenkontaktes auf das Lernverhalten der Teilnehmer. Eine deutliche Motivationssteigerung zur Auseinandersetzung mit den Grundlagenfächern wurde von der „Patientengruppe“ artikuliert. Die Ergebnisse der formativen MC- Klausur lassen jedoch keine signifikanten Unterschiede erkennen.

Schlussfolgerungen: Der frühzeitige Patientenbezug fördert die Motivation der Studierenden, sich intensiver mit den Grundlagenfächern der Vorklinik auseinanderzusetzen.

Eine daraus resultierende Leistungsverbesserung lässt sich im Rahmen einer formativen MC- Klausur mit Fragen auf Physikumniveau nicht nachweisen.

Patientenvorstellungen im Rahmen der interdisziplinären Fallarbeit sind für die Erarbeitung vorklinischer Lernziele zu befürworteten.