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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

16.11. - 18.11.2007, Hannover

Studentische Ausbildung in der Notfallmedizin: Status-Quo in der Bundesrepublik Deutschland

Vortrag/Lecture

  • corresponding author Stefan Beckers - RWTH Aachen, Universitätsklinikum, Klinik für Anästhesiologie, Bereich Notfallmedizin, Aachen, Deutschland
  • author Arnd Timmermann - Universitätsklinikum Göttingen, Zentrum Anästhesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin, Göttingen, Deutschland
  • author Michael Müller - TU Dresden Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intenstivmedizin, Dresden, Deutschland
  • author Mathias Angstwurm - LMU Müchen, Humanmedizinische Fakultät, Medizinische Klinik, Intensivstation, München, Deutschland
  • author Felix Walcher - Universitätsklinikum Frankfurt/Main, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Frankfurt/Main, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Hannover, 16.-18.11.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gma136

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2007/07gma136.shtml

Veröffentlicht: 14. November 2007

© 2007 Beckers et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Der „Ausschuss Notfallmedizin und Simulation“ der „Gesellschaft für medizinische Ausbildung“ http://www.gesellschaft-medizinische-ausbildung.org wurde von Teilnehmern der zweiten Kohorte des Postgraduierten-Studiengangs „Master of Medical Education“-Deutschland“ (MME-D) gegründet, die sich im Bereich notfallmedizinischer studentischer Lehre, sowie in simulatorgestützter Ausbildung engagieren. Interdisziplinär ausgerichtet sollen im Rahmen dieses Ausschusse innovative Konzepte, sowie Möglichkeiten für eine Verbesserung und Optimierung der Ausbildung in der Notfallmedizin thematisiert und diskutiert werden. Vor dem Hintergrund des neu geschaffenen „Querschnittsbereich 8 – Notfallmedizin“ [1], der als interdisziplinärer Teil des Medizinstudiums eine größere Bedeutung im Curriculum gewonnen hat, sollte eine Erhebung der aktuellen Situation notfallmedizinischer Lehre an deutschsprachigen Fakultäten die Basis der Ausschuss-Arbeit bilden.

Methodik: Mit einem standardisierten Fragebogen wurden alle medizinischen Fakultäten in Deutschland per Post aufgefordert insgesamt 70 Items zu beantworten und zu den Themengebieten Curriculums-Aufbau mit Darstellung beteiligter Disziplinen und Deputate, Lehr- und Prüfungsmethoden, sowie Lehr-Evaluation Stellung zu nehmen. Dabei sollten nur Pflichtanteile Berücksichtigung finden.

Ergebnisse: Derzeit liegen Daten von 24 der 38 angeschriebenen Standorte vor. Bei 22 von 24 medizinischen Fakultäten obliegt die Leitung des Querschnittsbereiches dem Fachbereich Anästhesiologie. Vorlesungen, Seminare und praktische Trainingseinheiten werden in unterschiedlicher Zusammensetzung an allen Standorten angeboten. Eine Integration von Notfall-Simulation gibt es an 14/24, problem-orientiertes Lernen wird an5/24, e-learning an 1/24 und ein Rettungsdienst-Praktikum an 2/24 Fakultäten angeboten. Die Prüfung wird durch eine Multiple-Choice-Klausur (15 – 70 Fragen) durchgeführt (19/24), die teilweise durch offene Fragen ergänzt wird (6/24). Einige Fakultäten führen darüberhinaus praktische Prüfungen (9/24), einen OSCE (7/24) oder mündliche Prüfungen (5/24) durch.

Schlussfolgerung: Notfallmedizinische Ausbildung in Deutschland stellt sich praxisorientiert dar, allerdings werden für dieses Themengebiet interessante und hilfreiche Lehr- und Prüfungsmethoden (z.B. Simulation, bzw. OSCE) derzeit noch nicht flächendeckend eingesetzt.

Auf diesen Ergebnissen basierend soll ein Kerncurriculum mit Definition der notfallmedizinisch, ärztlichen Kernkompetenzen zusammengestellt werden und moderne Konzepte im interfakultären und interdisziplinären Austausch stärker gefördert werden.


Literatur

1.
Bundesministerium für Gesundheit. Approbationsordnung für Ärzte, ausgegeben zu Bonn am 3. Juli 2002. Bundesgesetzbl. 2002;44:2405-2435