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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

16.11. - 18.11.2007, Hannover

Notfallmedizinische Ausbildung für Studierende der Zahnmedizin: Zwei Pilotprojekte

Vortrag/Lecture

  • corresponding author Stefan Beckers - RWTH Aachen, Universitätsklinikum, Klinik für Anästhesiologie, Bereich Notfallmedizin, Aachen, Deutschland
  • author Sasa Sopka - Universitätsklinikum, AIXTRA – Aachener Interdisziplinäres Trainingszentrum für medizinische Ausbildung, Aachen, Deutschland
  • author Benjamin Gillmann - Universitätsklinikum Aachen, NASA – Notfall und Anästhesiesimulation Aachen, Aachen, Deutschland
  • author Andrea Knops - Universitäsklinikum Aachen, Fachschaft Zahnmedizin, Aachen, Deutschland
  • author Rolf Rossaint - RWTH Aachen, Universitätsklinikum, Klinik für Anästhesiologie, Aachen, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Hannover, 16.-18.11.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gma135

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2007/07gma135.shtml

Veröffentlicht: 14. November 2007

© 2007 Beckers et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund:

Auch wenn der Begriff „Notfall“ in der aktuellen Approbationsordnung für Zahnmediziner nicht vorkommt, so kann es durchaus im zahnmedizinischen Arbeitsalltag zu Notfallsituationen kommen, die umgehendes und zielgerichtetes Handeln erfordern. Daraus ergibt sich der Anspruch der Patienten, notwendige Fertigkeiten der Notfallversorgung auch von jedem Zahnmediziner erwarten zu können. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen wurden zwei Pilotprojekte für Studierende der Zahnmedizin entwickelt, die zum einen auf den vorklinischen und zum anderen auf den klinischen Studienabschnitt fokussiert sind.

Methoden:

Ausgehend von dem longitudinalen notfallmedizinischen Curriculum des Modellstudiengangs (Human-) Medizin Aachen [1] und unter Berücksichtigung der Evaluationsergebnisse eines ersten Testkurses im Wintersemester 2006/2007 wurde zum einen eine interdisziplinäre Einführung in die Grundlagen der Notfallmedizin geplant, die die Basis für weitere Pflicht- bzw. fakultative Kursveranstaltungen zu diesem Themengebiet darstellen sollte. Darüber hinaus wurde mit dem Aachener Notfall und Anästhesiesimulationszentrum (NASA) und Zahnmedizinern ein Kursprogramm für klinische Semester zusammengestellt, welches insbesondere auf notfallmedizinische Gefahren innerhalb der zahnärztlichen Praxis abgestimmt werden sollte. Hierfür musste insbesondere berücksichtigt werden, dass vorklinisches Wissen aufgefrischt werden musste.

Ergebnis:

Es wurde eine interdisziplinäre Einführung in die Grundlagen der Notfallmedizin zu Beginn des 1. Semesters mit einem eigenen Blueprint und Lernziel-Kataolog erstellt, die je Unterrichtstag maximal drei Vorlesungen vorsah, wobei die Inhalte zwischen der Klinik für Anästhesiologie, der Unfallchirurgischen Klinik und den Instituten für Anatomie, Geschichte der Medizin und des Krankenhauswesens, Hygiene- und Umweltmedizin, Medizinische Psychologie und Soziologie, sowie Pharmakologie und Toxikologie abgestimmt werden wurden. Die Kleingruppen-Praktika (max. 10 Studierende) beinhalteten praktische Fertigkeiten mit einem Schwerpunkt auf algorithmisches Vorgehen [2] beim Basic Life Support und der Frühdefibrillation. Zudem gibt es Praktika zu dem Themenbereich „Retten, Verbinden, Schienen, Lagern“ und „IV-Zugang, Infusion, Injektion, Punktion“.

Die klinische Einführung findet vor den ersten regelmäßigen Patientenkontakten statt und wiederholt essentielle theoretische Grundlagen. Sie ist symptomorientiert (Luftnot, Thoraxschmerz, Bewusstlosigkeit) ausgerichtet, wobei der Schwerpunkt auf Anaphylaxie, Synkope, Aspiration, Hyperventilation und das akute Koronarsyndrom gelegt wird.

Schlussfolgerung:

Unter Einbindung von Evaluationsdaten vorhergehender Veranstaltungen wurden zwei Kurskonzepte innerhalb des Zahnmedizin-Studiums evaluiert, die die Basis für eine dauerhafte longitudinale Implementierung relevanter notfallmedizinischer Inhalte in das Curriculum der Zahnmedizin dienen können. Die Evaluationsergebnisse spiegeln eine hohe Akzeptanz dieser Themen auch in der Zahnmedizin wieder und erlauben die konstruktive Weiterentwicklung dieses Curriculums.


Literatur

1.
Beckers S, Bickenbach J, Fries M, Hoffmann N, Classen-Linke I, Killersreiter B, Wainwright U, Kuhlen R, Rossaint R. “Meet the AIX-PERTs.” Der notfallmedizinische Start in den Modellstudiengang Humanmedizin am Universitätsklinikum Aachen. Anaesthesist. 2004;53(6):561-569.
2.
European Resuscitation Council. Advanced Life Support-Course Provider Manual. Edegem (Belgin): European Ressuscitation Council; 2001.