gms | German Medical Science

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

16.11. - 18.11.2007, Hannover

Vom Laienschauspieler zum Simulationspatienten: Das Training von Standardisierten Patienten

Demonstration

Suche in Medline nach

  • author Jochen Schönemann - HeiCuMed Innere Medizin, Medizinische Fakultät Heidelberg, 69120 Heidelberg, Deutschland
  • corresponding author Heike Lauber - HeiCuMed Innere Medizin, Medizinische Fakultät Heidelberg, Heidelberg, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Hannover, 16.-18.11.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gma114

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2007/07gma114.shtml

Veröffentlicht: 14. November 2007

© 2007 Schönemann et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Im Kommunikations- und Interaktionstraining für Mediziner (Medi-KIT) [1] trainieren künftige Ärzte schwierige Anamneseerhebungen und Gesprächssituationen in einem geschützten Rahmen mithilfe von Simulationspatienten. Dafür werden Laienschauspielerinnen und -schauspieler eingesetzt, die speziell trainiert werden.

An der Medizinischen Fakultät in Heidelberg erarbeiten sich dabei die Laienschauspieler unter Anleitung der Schauspieltrainer die Rolle Schritt für Schritt nach einem auf der Methodik des Psychodramas (z. B. [2]) und des Schauspieltrainings nach Stanislawski [3] basierendem an der medizinischen Fakultät in Heidelberg entwickeltem Konzept [4]: Zu Beginn werden die Biografie des Patienten und später die Krankengeschichte erarbeitet. Danach wird mit dem Schauspieler das aktuelle Beziehungsumfeld der simulierten Figur entwickelt. Dabei haben auch Aussehen, Verhalten und Gedanken der Menschen im Umfeld eine große Bedeutung. Die Schauspieler erleben und wissen, wie sich die Patientenfigur auch außerhalb der Krankheit fühlt, wie sie denkt, wie sie lebt. In einem weiteren Schritt werden die Symptome bearbeitet: Es wird dabei überlegt und gleichzeitig versuchsweise in Szene gesetzt, wie sich das Symptom darstellen lässt. Wichtige Fragen sind zum Beispiel: Wie fühlt es sich an, wenn der Schmerz auftritt? Wie ist das typische Bewegungsmuster des Patienten? Welche Körperhaltung wird dabei eingenommen? Wie ist die Stimme? Zum Schluss der Rollenerarbeitung wird die Erlebniswelt des Patienten zum Zeitpunkt der Arztkonsultation betrachtet.

In diesem Workshop wird das an der medizinischen Fakultät in Heidelberg entwickelte Trainingskonzept vorgestellt und in praktischen Übungen vertieft. Eine aktive Mitarbeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist erwünscht. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen beschränkt.


Literatur

1.
Steiner T, Jünger J, Schmidt J, Bardenheuer H, Kirschfink M, Kadmon M, Schneider G, Seller H, Sonntag HG. HeiCuMed: Heidelberger Curriculum Medicinale – Ein modularer Reformstudiengang zur Umsetzung der neuen Approbationsordnung. Med Aus. 2003;20:87-91.
2.
von Ameln F, Gerstmann R, Kramer J. Psychodrama. Berlin: Springer; 2004.
3.
Stanislawski KS. Die Arbeit des Schauspielers an der Rolle. Berlin: Henschel; 2002.
4.
Lauber H. Didaktisches Konzept: Einsatz der Psychodramapädagogik in der medizinsichen Ausbildung und die Entwicklung von Schlüsselkompetenzen. Vortrag auf dem Kongress der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung, 4.-6. November 2005, Münster. GMS Z Med Ausbild. 2005;24(4):Doc143.