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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

16.11. - 18.11.2007, Hannover

Aus Erfahrung lernen? Die eigene Promotion und deren Auswirkung auf die Betreuung von Doktoranden: Eine qualitative Studie

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  • corresponding author Maria Lammerding-Köppel - Kompetenzzentrum für Medizindidaktik Baden-Württemberg, Medizinische Fakultät Tübingen, Tübingen, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Hannover, 16.-18.11.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gma103

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2007/07gma103.shtml

Veröffentlicht: 14. November 2007

© 2007 Lammerding-Köppel.
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Gliederung

Text

Mehrere Studien der letzten Jahre haben gezeigt, dass Betreuungs- und Strukturqualität von Promotionsvorhaben verbessert werden müssen. Diese hängen entscheidend von den Betreuungspersonen ab und sind durch Erfahrungslernen bestimmt. Von besonderem Interesse ist deshalb die Frage, ob die persönlichen (positiven oder negativen) Erfahrungen als Doktorand/in die aktuelle Haltung als Betreuer/in beeinflussen und wie alternative Maßnahmen zur Verbesserung des Promotionsprozesses akzeptiert werden.

Methodik: Fokusgruppenbefragung mit 12 Teilnehmern, die 2 – 7 Doktoranden betreuen; sie stehen kurz vor bzw. nach ihrer Habilitation. Anschließend Schulung mit Reflektion des Betreuungsprozesses auf der Basis von Literaturergebnissen.

Ergebnisse: 10 Teilnehmer erlebten ihre eigene Promotion insgesamt als wenig strukturiert, stark Frust beladen, letztendlich aber positiv. Das Thema war bei den meisten sekundär; sie fühlten sich bis auf zwei Ausnahmen wegen der geforderten Selbständigkeit allein gelassen und als „billige Arbeitskräfte“. Aus der jetzigen Position als Betreuer meinen sie, ihren Doktoranden mehr Struktur durch Thema und Zeitbegrenzung zu geben. Sie erwarten ihrerseits von ihnen mehr Selbständigkeit, mehr Interesse an Inhalt und Qualität, weniger Zeitorientierung. Sie sehen einerseits die methodische Überforderung vieler Doktoranden, klagen anderseits über deren Wunsch nach mehr Kontakt, Anwesenheit und Hilfe. Ihre Kriterien zur Erfolgsmessung einer Promotion sind primär mit Blick auf die Ergebnisse, nicht auf den Lernprozess der Doktoranden definiert. In der Schulung werden die Haltungen sowie unterstützende Maßnahmen reflektiert. Die Ergebnisse werden vorgestellt [1], [2].


Literatur

1.
Dewey M. Medizinische Dissertation: Wie unterscheiden sich erfolgreiche von abgebrochenen Forschungsprojekten? Dtsch Med Wochenschr. 2002;127:1307–1311.
2.
Berning E, Falk S. Promovieren an den Universitäten in Bayern. Praxis – Modelle – Perspektiven. Bayerisches Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung. Neue Folge, Band 72. München: Bayerisches Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung; 2003.