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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

16.11. - 18.11.2007, Hannover

Querschnittsbereich „Rehabilitation, Physikalische Medizin, Naturheilverfahren“: Verbesserungen durch systematische Evaluation

Poster

  • corresponding author Christoph Gutenbrunner - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Hannover, Deutschland
  • author Jörg Schiller - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Hannover, Deutschland
  • author Michael Fischer - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Hannover, Deutschland
  • author Urzula Smorag - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Hannover, Deutschland
  • author Teixido Lidia - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Hannover, Deutschland
  • author Gerald Küther - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Hannover, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Hannover, 16.-18.11.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gma41

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2007/07gma041.shtml

Veröffentlicht: 14. November 2007

© 2007 Gutenbrunner et al.
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Gliederung

Text

Einleitung, Fragestellung: Durch die Novelle der Approbationsordnung wurde im Jahre 2002 der Querschnittsbe-reich „Rehabilitation, Physikalische Medizin, Naturheilverfahren“ als Pflichtfach in das Medizinstudium aufgenommen. Für die Durchführung mussten vollständig neue Lehrkonzepte entwickelt werden. An der Medizinischen Hochschule Hannover wurde hierfür im 5. Studienjahr ein zweiwöchiger Unterrichtsblock eingeführt, der sowohl theoretischen Unterricht in Form von Vorlesungen und Seminaren als auch Praktika mit Patientenvorstellungen und selbständigen Therapieerprobungen enthält. Darüber hinaus werden verpflichtende Lehrexkursionen in Rehabilitationskliniken durchgeführt. Die Lehrveranstaltung wird seit 2005 dreimal pro Jahr für ca. 100 Studierende angeboten und nach der in der Medizinischen Hochschule üblichen Standardmethodik nach Fischer evaluiert. Aufgrund der Evaluationsergebnisse sollte die Lehrveranstaltung weiter verbessert werden, und zwar mit dem Ziel einer Verbesserung der Lehre mit Erhöhter Motivation und Akzeptanz durch die Studierenden.

Methodik: Nach viermaliger Durchführung der Lehrveranstaltung wurde die Gesamtbeurteilung durch die Studierenden (1-15 Punkte) für jeden einzelnen Block getrennt ausgewertet. Darüber hinaus wurden die Textantworten und Verbesserungsvorschläge der Studierenden den Lehrkräften in Tabellenform zur Verfügung gestellt. In einer Kleingruppe bestehend aus dem Lehrverantwortlichen und den ärztlichen Dozenten wurde ein modifiziertes Unterrichtskonzept erarbeitet. Nach bisher zweimaliger Durchführung des neuen Konzeptes wurde die Evaluation erneut ausgewertet. Veränderungen wurden mittels Varianzanalyse für wiederholte Messungen statistisch auf Veränderungen geprüft.

Ergebnisse: Die Ergebnisse der Evaluation vor der Einführung des neuen Konzeptes lagen im Mittel zwischen 8,6 (± 3,6) und 9,7 (± 2,6) Punkten, mit leicht ansteigender Tendenz im Verlauf. Die Verbesserungen aufgrund der Klartextantworten der Studierenden und der Arbeitsgruppensitzungen der Lehrkräfte lag u.a. in:

  • Ausrichtung des Unterrichts an Krankheitsbildern
  • klarer Gliederung der Unterrichtswochen durch die Angabe von Tagesthemen (z.B. Schmerz, Bewegungsapparat, Dekonditionierung, Neurologische Rehabilitation)
  • einheitlichen Praktika für alle Studierenden
  • Wahlpraktika in der Physikalischen Therapie
  • ärztlich und therapeutisch geleitete Praktika zu ausgewählten Themen (z.B. Manuelle Medizin, Trigger-punktkurs, PRM bei Erkrankungen des Bewegungsapparates, Akupunkturkurs)
  • verbesserter Zeitablauf mit Zeit für Selbststudium und Klausurvorbereitung
  • zur Verfügung stellen von Unterrichtsmaterialien in Form eines Lehrbuches und von Vorlesungsfolien
  • verbesserte Transparenz bezüglich der Klausurthemen
  • verbesserte organisatorisch Vorbereitung der Lehrexkursionen.

Die Gesamtbeurteilung lag in den beiden nach dem neuen Konzept durchgeführten Lehrveranstaltungen mit 11,9 ± 2,4 bzw. 12,6 ± 2,5 signifikant (p<0,001) höher als vor der Einführung dieses Konzeptes.

Diskussion: Es zeigt sich, dass unter systematischer Verwendung der Evaluationsergebnisse eine deutliche Verbesserung der Unterrichtsveranstaltung möglich war. Als Grundlage der Veränderungen eignen sich insbesondere die Klartextantworten der Studierenden, die in Arbeitsgruppen von Dozenten in ein neues Konzept eingeflossen sind. Die Verbesserung lässt sich an einer signifikant verbesserten Gesamtbeurteilung der Studierenden ablesen.