gms | German Medical Science

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

10.11. bis 12.11.2006, Köln

Lehr- und Fortbildungsveranstaltungen zum Überbringen schlechter Nachrichten im interprofessionellen Kontext: ein systematisches review

Interprofessional courses on breaking bad news: systematic review

Poster

Suche in Medline nach

  • corresponding author Mathias Schloegl - Ruhr-Universität Bochum, Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin, Bochum, Deutschland
  • author Jan Schildmann - Ruhr-Universität Bochum, Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin, Bochum, Deutschland
  • Jochen Vollmann - Ruhr-Universität Bochum, Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin, Bochum, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Köln, 10.-12.11.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06gma094

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2006/06gma094.shtml

Veröffentlicht: 23. Oktober 2006

© 2006 Schloegl et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund: Das Überbringen schlechter Nachrichten (breaking bad news) ist eine häufige und schwierige Aufgabe im klinischen Alltag. In den letzten Jahren wurden vor allem im angelsächsischen Raum interprofessionelle Lehr- und Fortbildungsveranstaltungen für Vertreter aus Medizin und Pflege zu dieser Thematik durchgeführt. Gegenstand des Beitrags ist die Darstellung der Ergebnisse einer systematischen Literaturauswertung hinsichtlich der Lehrziele, Lehrmethoden und Evaluation interprofessioneller Kursveranstaltungen.

Methoden: Literaturrecherche in den Datenbanken PubMed, EMBASE, CINAHL und PSYNDEX (Suchworte: "bad news“, "interprofessional education“, "schlechte Nachrichten“, "interprofessionelle Ausbildung“) sowie in den Inhaltsverzeichnisse sämtlicher Jahrgänge der Zeitschriften "Medizinische Ausbildung“, "Pflege“, "GMS Zeitschrift für Medizinische Ausbildung“ und "Zeitschrift für Palliativmedizin“. Ergänzend wurden die Literaturverzeichnisse der ermittelten Beiträge sowie die Publikationsverzeichnisse von im Themengebiet ausgewie-senen Autoren nach relevanten Publikationen durchsucht.

Ergebnisse: Es wurden 22 Veröffentlichungen zu interprofessionellen Lehr- und Fortbildungsveranstaltungen zum Überbringen schlechter Nachrichten identifiziert. Die Verbesserung kommunikativer Kompetenzen beider Berufsgruppen wird als häufigstes Lehrziel genannt (n=11). Vereinzelt werden die Sensibilisierung für die interprofessionelle Zusammenarbeit sowie Kenntnisse der unterschiedlichen Aufgaben im Kontext des Überbringens schlechter Nachrichten als weitere Lehrziele genannt. Gespräche mit Simulationspatienten werden als häufigste Lehrmethode benannt (n=9). Die Evaluation beinhaltet neben der Bewertung der Kursinhalte (n=3) die Selbsteinschätzung kommunikativer Kompetenzen durch die Kursteilnehmenden (n=2).

Schlussfolgerung: Lehrziele, Lehrmethoden und die Evaluation interprofessioneller Kursveranstaltungen entsprechen weitgehend dem Vorgehen von Kursen, die sich ausschließlich an Medizinstudierende und Ärzte richten. Spezifische Lehrziele hinsichtlich des interprofessionellen Ansatzes der Kurse werden in wenigen Publikationen definiert. Wissenschaftliche Arbeiten, die Effekte interprofessioneller Lehr- und Fortbildungsveranstaltungen auf das Verhalten der Berufsgruppen in der klinischen Praxis belegen stehen aus.