gms | German Medical Science

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

10.11. bis 12.11.2006, Köln

PAL: Patenprogramm Allgemeinmedizin Leipzig

Vortrag

  • corresponding author Hagen Sandholzer - Universität Leipzig, Selbständige Abteilung Allgemeinmedizin, Leipzig, Deutschland
  • author Maik Behnke - Universität Leipzig, Fachschaftsrat Medizin, Leipzig, Deutschland
  • author Anja Frenzen - Universität Leipzig, Selbständige Abteilung Allgemeinmedizin, Leipzig, Deutschland
  • author Ulrich Rendenbach - Universität Leipzig, Selbständige Abteilung Allgemeinmedizin, Leipzig, Deutschland
  • author Rorger Voigt - Sächsische Gesellschaft für Allgemeinmedizin, Mühlau, Deutschland
  • author Thomas Lipp - Hartmannbund, Leipzig, Deutschland
  • Hanno Grethe - Sächsische Gesellschaft für Allgemeinmedizin, Mühlau, Deutschland
  • author Erik Bodendieck - Sächsische Gesellschaft für Allgemeinmedizin, Mühlau, Deutschland
  • author Johannes Dietrich - Sächsische Gesellschaft für Allgemeinmedizin, Mühlau, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Köln, 10.-12.11.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06gma033

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2006/06gma033.shtml

Veröffentlicht: 23. Oktober 2006

© 2006 Sandholzer et al.
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Gliederung

Text

Einführung: Das Medizinstudium sowie die Arbeitsbedingungen der Ärzte führen dazu, dass viele Studierende nicht mehr Hausarzt werden wollen. Infolgedessen gibt es vor allem in den neuen Bundesländern einen gravierenden Mangel an Allgemeinärzten, der in den nächsten Jahren die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung gefährdet.

Zielsetzung und Methodik: Es wurde ein hausarztspezifischer Karriereweg entwickelt, der wahlweise innerhalb eines konventionellen Curriculums Medizinstudenten eine Orientierung auf hausärztliche Patientenversorgung ermöglicht. Kernpunkt ist die Anbindung des Studenten an chronisch kranke Patienten und ihren Hausarzt, die sie während des gesamten Studien begleiten, ein spezifisches Training für die Allgemeinpraxis sowie eine evaluative Begleitforschung.

Ergebnisse: Am Beginn stand die Entwicklung eines Lehrkonzepts, das aufgrund einer systematischen Literaturrecherche und Expertenmeinung über ambulante Lehre und Berufswunsch entwickelt wurde. Berücksichtigt wurden amerikanische, britische, niederländische und Schweizer Evidenzen. Die Basis für den Lehrzielkatalogs bildeten mehre empirische Studien, u.a. die SESAM Studie, die Epidemiologie von Konsultationsgründen , die resultierenden Diagnosen und Versorgungsformen an einer Zufallsstichprobe von 8887 Patienten aus 200 Praxen mit der ICPC und ICD- 10 erhob. Für Hausbesuche/ältere Patienten und Notfälle standen eigene Datenbasen zur Verfügung.Sie ist seit der EVAS-Studie die einzige aktuelle Studie über Beratungsursachen (Nicht Diagnosen) in der Allgemeinmedizin. In Form einer evidenzgesteuerten Leitlinie, die unter Beteiligung der relevanten allgemeinmedizinischen Vertreter und der Dekanats implementiert wurde. Durch Anwendung von Abstufungen ärztlicher Kompetenz, wie sie z.B. der Kriterien des Swiss Catalogue of Learning Objectives für "Clinical pictures" und "Skills" benutzt, entstand so eine sehr praktikable Grundlage für nachgeordnete Lehrmaterialien: ein jährlich aktualisiertes Skript für Wissen, eine Begleitbuch für das Blockpraktikum, Evaluationsinstrumente für die Kompetenz (OSCE, MC u.a.) und ein einheitliches Präsentationsmaterial.

Diskussion: Auf der Konferenz wird das Curriculum und vor allem der Lehrzielkatalog vorgestellt. Durch seine Wichtung nach Praxisepidemiologie entsteht ein für die hausärztliche Praxis sehr spezifisches Instrument, welches sind von anderen Lehrzielkatalogen sehr unterscheidet. Dadurch werden die daran orientierten Lehrmaterialien sehr praxisnah, weswegen sie auch außerhalb Leipzigs stark nachgefragt werden (z.B. 4000 Skripte in 1 ½ Jahren). Daten aus der Begleitforschung machen deutlich, dass der spezifische Karriereweg vor allem unentschlossene Studierende motiviert, später patientenorientiert zu arbeiten, auch als Hausärzte, und das bereits in der Vorklinik relevantes Wissen und Fertigkeiten erworben werden können.