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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)

10.11. bis 12.11.2006, Köln

Einfluss des Bewertungssystems auf Objektivität und Reliabilität der Benotung zahnmedizinischer Studentenarbeiten am Phantompatienten

Vortrag

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  • corresponding author Petra Scheutzel - Westfälische-Wilhelms-Universität Münster, ZMK-Klinik, Münster, Deutschland

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - GMA. Köln, 10.-12.11.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06gma002

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gma2006/06gma002.shtml

Veröffentlicht: 23. Oktober 2006

© 2006 Scheutzel.
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Gliederung

Text

Hintergrund: In den vorklinischen Behandlungskursen am Phantompatienten soll den Studierenden die für eine selbständige Patientenbehandlung im klinischen Studienabschnitt erforderlich kognitive und psychomotorische Kompetenz vermittelt werden. Bewertet wird hierbei u.a. die Ergebnisqualität der für den Phantompatienten angefertigten Zahnersatzarbeit, wobei sich die Frage nach der Verlässlichkeit dieser Leistungsüberprüfung im Hinblick auf die Objektivität und Reproduzierbarkeit der Benotung stellt.

Ziel: Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel der vorliegenden Untersuchung, das Ausmaß der inter- und intraindividuellen Reliabilität bei der Benotung zahnärztlich-prothetischer Phantomkursarbeiten festzustellen und verschiedene Bewertungssysteme zu vergleichen.

Methoden: 50 im vorklin. Phantomkurs angefertigte Brücken wurden jeweils vom Studierenden selber, einem Kommilitonen, zwei Zahnmedizinstudenten des klin. Studienabschnitts sowie 2 Zahnärzten aus der vorklin. und der klin. Kursbetreuung unabhängig voneinander beurteilt. Die Bewertung erfolgte nacheinander mit 3 verschiedenen Bewertungssystemen (I. freie Gesamtbewertung, II. einfache schematische Bewertung von Einzelkriterien, III. Bewertung mittels eines bebilderten strukturierten Bewertungsbogens) und wurde jeweils nach frühestens 1 Woche nochmals wiederholt.

Ergebnisse: Durch den Einsatz des strukturierten Bewertungsbogens wurde sowohl die Objektivität als auch die Reproduzierbarkeit der Benotung in allen Bewertergruppen deutlich gesteigert. Die klin. Kursassistenten, also diejenigen Zahnärzte mit der größten Erfahrung, wiesen bei allen getesteten Bewertungsverfahren sowohl inter- als auch intrapersonell die höchste Urteilskonkordanz auf. Die geringste interpersonelle Urteilskonkordanz bestand innerhalb der Gruppe der Kursteilnehmer selber, wobei die Selbsteinschätzung der Studierenden je nach Bewertungssystem um bis zu eine ganze Note von der Fremdeinschätzung abwich. Durch Einsatz des strukturierten Bewertungsbogens konnte die Konkordanz zwischen studentischer Selbsteinschätzung und Fremdbeurteilung jedoch stat. signifikant erhöht werden.

Schlussfolgerung: Durch den Einsatz eines strukturierten Bewertungsbogens kann die Objektivität und Reliabilität der Benotung zahnmedizinischer Phantomarbeiten gesteigert werden und liegt über den in vergleichbaren internationalen Studien angegebenen Korrelationswerten.