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G-I-N Conference 2012

Guidelines International Network

22.08 - 25.08.2012, Berlin

EbM und Leitlinien in der Schweiz

Meeting Abstract

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  • H. Bucher - Basel Institute for Clinical Epidemiology & Biostatistics, Universitätsspital Basel

Guidelines International Network. G-I-N Conference 2012. Berlin, 22.-25.08.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocGLS03

DOI: 10.3205/12gin313, URN: urn:nbn:de:0183-12gin3133

Veröffentlicht: 10. Juli 2012

© 2012 Bucher.
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Gliederung

Text

In der Schweiz existieren keine übergreifende Programme für nationale Versorgungsleitlinien oder Organe, welche mit dem Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) in Deutschland oder dem britischen National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) vergleichbar sind. Behandlungsrichtlinien werden deshalb in der Schweiz von Fachgesell-schaften erstellt, welche aufgrund von Ressourcenaspekten in den meisten Fällen einen pragmatischen Weg der Anpassung von bereits bestehenden qualitativ guten Behandlungsrichtlinien für die Schweizer Verhältnisse wählen. Es ist deshalb kein Zufall, dass sich Schweizer Methodiker bei Prozessen zur optimalen und reproduzierbaren Anpassung von Behandlungsrichtlinien, wie es die ADAPTE Initiative darstellt, engagieren. Die ADAPTE Collaboration bezweckt die Entwicklung einer systematischen und standardisierten Methodik zur Anpassung und für das Updating von Guidelines mit dem Ziel, deren Anwendung und Gebrauch in einem bestimmten kulturellen oder organisatorischen Kontext zu erhöhen (http://www.adapte.org) und soll kurz vorgestellt werden. Der hohe Einfluss der föderalistischen Struktur im Schweizerischen Gesundheitswesen, eine pragmatische Kultur sowie ein weitverbreiteter Skeptizismus gegenüber zentralen Strukturen sind als die Ursachen einer Entwicklung zu sehen, welche die Entwicklung von Behandlungsrichtlinien in der Schweiz wie oben aufgeführt behindern. Die zentrale Frage ist, werden Patienten in der Schweiz aufgrund dieses Defizits deshalb schlechter betreut. Das scheinbare Defizit der Schweiz in der EBM-Guidelines Landschaft kann jedoch eine Chance sein, sich dem zentralen Problem der Evidenzbasierten Entscheidungsfindung zu widmen. Es gilt diejenigen Prozesse zu identifizieren und zu stärken, welche die tatsächliche Verbesserung des Patientennutzens (Patienten-relevanten Endpunkte) im konkreten Setting zum Ziel haben und das Decision making von Health Care Provider nachweislich verbessert. Behandlungsrichtlinien sind hierzu sicherlich ein wichtiger Teil, doch sollte der Überprüfung der Wirksamkeit ihrer Implementierung mehr Beachtung geschenkt werden. Möglichkeiten und Beispiele der experimentellen Überprüfung der Wirksamkeit von Guidelines im Rahmen von Health Services Research Studien, die im Rahmen des Schweizer Gesundheitswesen durchgeführt werden, sollen diskutiert werden.