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Forum Medizin 21, 45. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin

Paracelsus Medizinische Privatuniversität in Zusammenarbeit mit der Deutschen, Österreichischen und Südtiroler Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin

22.09. - 24.09.2011, Salzburg, Österreich

Diagnosenselektion für einen neuen medikationsbasierten Chronic Disease Score (BMBF-FZ: 01ET1004B)

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Michael Freitag - Universitätsklinikum Jena, Institut für Allgemeinmedizin, Jena, Deutschland
  • author Renate Quinzler - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie, Heidelberg, Deutschland
  • author Martin Beyer - Goethe-Universität Frankfurt am Main, Institut für Allgemeinmedizin, Frankfurt, Deutschland
  • author Anne Dahlhaus - Goethe-Universität Frankfurt am Main, Institut für Allgemeinmedizin, Frankfurt, Deutschland
  • author Angela Döring - Institute of Epidemiology I, Helmholtz Zentrum München, Neuherberg, Deutschland
  • author Tobias Freund - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin u. Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
  • author Margit Heier - Institute of Epidemiology II, Helmholtz Zentrum München, Neuherberg, Deutschland
  • author Stefanie Holt - Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie, Department für Humanmedizin, Fakultät für Gesundheit, Universität Witten/Herdecke, Witten/Herdecke, Deutschland
  • author Hildtraud Knopf - Robert Koch-Institut, Abteilung Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung, Berlin, Deutschland
  • author Melanie Luppa - Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health der Universität Leipzig, Leipzig, Deutschland
  • author Jana Prokrein - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Biometrie, Hannover, Deutschland
  • author Steffi Riedel-Heller - Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health der Universität Leipzig, Leipzig, Deutschland
  • author Ingmar Schäfer - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
  • author Christa Scheidt-Nave - Robert Koch-Institut, Abteilung Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung, Berlin, Deutschland
  • author Joachim Szecsenyi - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin u. Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
  • author Petra Thürmann - Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie, Department für Humanmedizin, Fakultät für Gesundheit, Universität Witten/Herdecke, Witten/Herdecke, Deutschland
  • author Hendrik van den Bussche - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Allgemeinmedizin, Hamburg, Deutschland
  • author Birgitt Wiese - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Biometrie, Hannover, Deutschland
  • author Jochen Gensichen - Universitätsklinikum Jena, Institut für Allgemeinmedizin, Jena, Deutschland
  • author Walter Haefeli - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie, Heidelberg, Deutschland

45. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Forum Medizin 21. Salzburg, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11fom095

DOI: 10.3205/11fom095, URN: urn:nbn:de:0183-11fom0959

Veröffentlicht: 14. September 2011

© 2011 Freitag et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die existierenden Scores zur Erfassung von Multimorbidität weisen eine erhebliche Heterogenität und Intransparenz bezüglich der Einbindung und Gewichtung von Diagnosen auf [1]. Bislang gibt es keine etablierten Kriterien für die Auswahl von chronischen Krankheiten für Multimorbiditätsscores. Mit dem medikationsbasierten Chronic Disease Score (med-CDS) soll ein Instrument zur Erfassung der Multimorbidität von älteren Patienten erstellt werden, um Patientengruppen vergleichen und anhand von Medikationen gesundheitsrelevante Endpunkte (Mortalität, Hospitalisationsrate) vorhersagen zu können. Im Rahmen der Entwicklung des med-CDS soll eine rationale und transparente Auswahl von Diagnosen erfolgen, denen dann in einem zweiten Schritt entsprechende Medikationen zugeordnet werden können.

Material und Methoden: In dem verbundübergreifenden Projekt des BMBF-Forschungsverbundes „Gesundheit im Alter“ werden für die Entwicklung des med-CDS zunächst in einem Konsensusverfahren Kriterien für die Auswahl von Diagnosen und Diagnosegruppen erarbeitet und deren Umsetzbarkeit in den zur Verfügung stehenden Kohorten und Sekundärdaten geprüft. Die Diagnosen werden daraufhin mit krankheitsspezifischer Medikation in Beziehung gesetzt (Leitlinien, Arzneimittelinformation). Anhand dieser Zusammenhänge sollen die eingebundenen Kohorten bzgl. der vorliegenden Multimorbidität miteinander verglichen werden. Diese Zusammenhänge bilden die Grundlage für die Entwicklung des med-CDS, der hinsichtlich seiner Prädiktivität für relevante Endpunkte validiert wird. Im Gegensatz zu den bislang vorliegenden Scores wird der med-CDS in mehreren Patientenpopulationen getestet und validiert.

Ergebnisse: Es wird die Vorgehensweise zur Zusammenstellung der Diagnosen vorgestellt. Zentrale Einschlusskriterien für die Auswahl der Diagnosen sind die Chronizität der Erkrankungen, die Prävalenz von >1% im Sekundärdatensatz der Gmünder Ersatzkasse sowie in einer bevölkerungsrepräsentativen Querschnittsuntersuchung des RKI (Bundesgesundheitssurvey 1998) und eine Medikation, die der Erkrankung zugeordnet werden kann. Die Liste der Diagnosen sowie Diagnosegruppen werden präsentiert und Unterschiede zu den existierenden Scores aufgezeigt. Insbesondere die Heterogenität der zugrunde liegenden Populationen sowie die Erfassung der Daten stellen dabei eine Herausforderung für die Validierung dar.

Schlussfolgerung/Implikation: Die Verwendung von prospektiv definierten Kriterien für die Diagnosenselektion, die interdisziplinäre Zusammensetzung der Arbeitsgruppe und die unterschiedlichen herangezogenen Kohorten lassen erwarten, dass eine höhere Validität des entstehenden Multimorbidätsscores erreicht werden kann. Dies ermöglicht seine Anwendung für die Risikoprädiktion und den Vergleich von Patientenpopulationen.


Literatur

1.
Diederichs C, Berger K, Bartels DB. The Measurement of Multiple Chronic Diseases – A Systematic Review on Existing Multimorbidity Indices. Journal of Gerontology. 2011;66A:301-11.