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7th EFSMA – European Congress of Sports Medicine, 3rd Central European Congress of Physical Medicine and Rehabilitation, Annual Assembly of the German and the Austrian Society of Physical Medicine and Rehabilitation

Austrian Society of Physical Medicine and Rehabilitation

26.-29.10.2011, Salzburg, Österreich

Einfluss auf die Beckenbodenmuskulatur mittels Galileo-Vibrationstherapie in Kombination mit Physiotherapie zur Behandlung der weiblichen Belastungsharninkontinenz

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Silke von der Heide - Praxis, Göttingen-Bovenden, Deutschland
  • Reinhard Hilgers - Medizinische Statistik, Göttingen, Deutschland
  • Günther Emons - Universitätsfrauenklinik, Göttingen, Deutschland
  • Volker Viereck - Kantonsspital, Frauenfeld, Deutschland

7th EFSMA – European Congress of Sports Medicine, 3rd Central European Congress of Physical Medicine and Rehabilitation. Salzburg, 26.-29.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11esm177

DOI: 10.3205/11esm177, URN: urn:nbn:de:0183-11esm1771

Veröffentlicht: 24. Oktober 2011

© 2011 von der Heide et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: In einer prospektiv randomisierten Vergleichsstudie wurde untersucht, ob intensive Vibrationstherapie mittels Galileo 2000 in Kombination mit Physiotherapie zu einer Verbesserung der Kontinenzrate bei Frauen mit urodynamisch gesicherter Stressinkontinenz führt. Dabei wurde die Wirksamkeit auf die Beckenbodenmuskulatur sowie der therapeutische Effekt auf die Stressinkontinenz untersucht.

Patientinnen und Methoden: 29 Patientinnen wurden klinisch und urodynamisch (einschließlich Perinealsonographie und Pelvimeter) untersucht. Gruppe A hatte sowohl Physiotherapie (PT) als auch die Vibrationstherapie (VT) über den gesamten Zeitraum, Gruppe B begann mit der Physiotherapie, wechselte nach 12 Wochen zur Vibrationstherapie. Gruppe C begann mit der Vibrationstherapie, wechselte dann zur Physiotherapie. Die wöchentliche Trainingszeit wurde auf 2 Trainingseinheiten festgesetzt, wobei die Physiotherapie 30 Min. betrug, die Vibrationstherapie 2x4 Min. Der insgesamt 24-wöchigen Trainingszeit folgte eine 12-wöchige Nachbeobachtungszeit.

Ergebnisse: Die objektiven Kontinenzraten waren 80% in der Gruppe A (Kombinationsgruppe), 56% in der Gruppe B (PT→VT) und 60% in der Gruppe C (VT→PT). Dies stand im Einklang mit der Abnahme der subjektiven Häufigkeit des Urinverlustes pro Woche. Die Beckenbodenkraft, pelvimetrisch gemessen, verbesserte sich im Mittelwert in allen 3 Gruppen erheblich (in Gruppe A um 8µV, B um 7µV, C um 6µV). Palpatorisch und sonographisch fanden sich identische Resultate. Nach Studienende verringerten sich in Gruppe A die Stressinkontinenzgrade im Durchschnitt von 1,8 auf 0,2, in Gruppe B von 1,7 auf 0,2 und in Gruppe C von 1,8 auf 0,3. Dieses Ergebnis stellte sich auch in der Minderung des subjektiven Leidensdruckes für alle dar (p<0,0001).

Schlussfolgerung: Die Vibrationstherapie zur Muskelstimulation verbessert die subjektiven und objektiven Parameter der Stressinkontinenz. Insbesondere die Kombination der Vibrationstherapie mit der Physiotherapie erweist sich als sehr effektiv und stellt somit eine echte Therapieoption dar.