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Komplexe Interventionen – Entwicklung durch Austausch: 13. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

15.03. - 17.03.2012, Hamburg

Klinische Versorgungsalgorithmen zur besseren Darstellung wichtiger Nahtstellen in der Versorgung einer Neuropathie bei Diabetes

Meeting Abstract

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Komplexe Interventionen – Entwicklung durch Austausch. 13. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Hamburg, 15.-17.03.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12ebm084

DOI: 10.3205/12ebm084, URN: urn:nbn:de:0183-12ebm0844

Veröffentlicht: 5. März 2012

© 2012 Weikert et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Klinische Algorithmen sind wichtige Instrumente, um evidenz- und konsensbasierte Leitlinienempfehlungen für Versorgungsabläufe und Entscheidungsprozessen in die klinische Praxis zu implementieren [1]. Vor diesem Hintergrund gibt diese Arbeit einen Überblick über die im Rahmen der NVL Neuropathie bei Diabetes im Erwachsenenalter entwickelten klinischen Versorgungsalgorithmen.

Methoden: Zusammen mit Experten verschiedener Fachgruppen wurden Vorschläge für klinische Versorgungsalgorithmen entwickelt. Folgendes methodisches Vorgehen kam zur Anwendung: (1) Darstellung der in den Diagnostik- und Therapiekapiteln der NVL dargestellten Versorgungsabläufe in klinischen Algorithmen unter Verwendung standardisierter Symbole, (2) Diskussion und Überarbeitung der klinischen Algorithmen im Leitlinien-Expertenkreis; (3) formale Konsentierung der entwickelten klinischen Algorithmen.

Ergebnisse: Insgesamt wurden fünf klinische Versorgungsalgorithmen zu folgenden Themen entwickelt: Versorgung von Menschen mit (a) schmerzhafter diabetischer Polyneuropathie, (b) Symptomen einer kardialen autonomen diabetischen Neuropathie, (c) Symptomen einer autonomen diabetischen Neuropathie (ADN) am Gastrointestinaltrakt und (d) Symptomen einer ADN am Urogenitaltrakt.

Aufgrund der Komplexität der diabetischen Neuropathie und der Zielsetzung der NVL die Versorgung zwischen hausärztlichem und fachärztlichem Versorgungsbereich zu verbessern, wurde eine Priorisierung wichtiger Nahtstellen vorgenommen. Möglichst detailliert wurden die Übergänge vom Hausarzt zum Diabetologen, Neurologen, Schmerztherapeuten, Kardiologen, Gastroenterologen, Urologen und Rehabilitationsmediziner beschrieben.

Diskussion: Die Entwicklung anwendbarer klinischer Algorithmen bleibt methodisch anspruchsvoll. Häufig ist es notwendig, sich auf priorisierte Nahtstellen in der Versorgung zu fokussieren.

Klinische Algorithmen können jedoch, falls sie zu multidisziplinären klinischen Behandlungspfaden weiterentwickelt werden, die Prozesse im Krankenhaus transparent darstellen und eine bessere Versorgungskoordination unterstützen [2].


Literatur

1.
Society for Medical Decision Making. Proposal for clinical algorithm standards. Committee on Standardization of Clinical Algorithms. Med Decis Making. 1992;12(2):149-54.
2.
Campbell H, Hotchkiss R, Bradshaw N, Porteous M. Integrated care pathways. BMJ. 1998;316:133-137.