gms | German Medical Science

Komplexe Interventionen – Entwicklung durch Austausch: 13. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

15.03. - 17.03.2012, Hamburg

Anwendung der MRC Guidance in der allgemeinmedizinischen Forschung: Ergebnisse aus der PRIMUM-Studie (PRIorisierung von MUltimedikation bei Multimorbidität; BMBF-Fkz: 01GK0702)

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Christiane Muth - Institut für Allgemeinmedizin / Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Deutschland
  • author Justine Rochon - Institut für Medizinische Biometrie und Informatik (IMBI), Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
  • author Anne Namyst - Institut für Allgemeinmedizin, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Deutschland
  • author Birgit Fullerton - Institut für Allgemeinmedizin / Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Deutschland
  • author Sebastian Harder - Institut für Klinische Pharmakologie, Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main, Deutschland
  • author Marjan van den Akker - Netherlands School of Primary Care Re-search – CaRe, Department of General Practice, Maastricht University, Maastricht, Niederlande
  • author Rafael Perera-Salazar - Centre for Evidence-Based Medicine, Department of Primary Health Care, University of Oxford, Oxford, Groß Britannien
  • author Ferdinand M. Gerlach - Institut für Allgemeinmedizin / Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Deutschland
  • author Martin Beyer - Institut für Allgemeinmedizin / Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Deutschland

Komplexe Interventionen – Entwicklung durch Austausch. 13. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Hamburg, 15.-17.03.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12ebm028

DOI: 10.3205/12ebm028, URN: urn:nbn:de:0183-12ebm0282

Veröffentlicht: 5. März 2012

© 2012 Muth et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund u. Fragestellung: Multimedikation ist in der Hausarztpraxis ein häufiges Problem für die Arzneimitteltherapiesicherheit. In PRIMUM wurde eine komplexe Intervention (KI) entwickelt, um die Angemessenheit medikamentöser Verschreibungen zu verbessern. Die in der MRC Guidance [1] vorgeschlagene schrittweise Evaluation von KI wurde bei PRIMUM angewendet und wird hier vorgestellt.

Material/Methoden: Folgende Entwicklungs- und Evaluationsschritte wurden durchgeführt und werden analysiert: Umfassende Literaturrecherchen, Entwicklung der KI; Pilotstudie (ISRCTN99691973): Prüfung der Praktikabilität von Intervention u. Studiendesign (cluster-randomisierte Studie, CRT) in 20 Hausarzt-(HA-)Praxen (100 Pat.) mit mixed methods; Hauptstudie (ISRCTN99526053): Prüfung der Wirksamkeit der KI im CRT mit 70 HA-Praxen (490 Pat.). Eine gesonderte Prozessevaluation ist geplant.

Ergebnisse: Die vier Komponenten der KI sollen den Medikationsprozess multimodal beeinflussen: die Medizinische Fachangestellte (MFA) führt mit Patienten (Pat.) (1) ein checklistengestütztes Vorgespräch u. überprüft (2) deren eingenommene Medikation. Der HA optimiert (3) die Medikation m. H. e. webbasierten Systems u. stimmt diese (4) in der Konsultation mit Pat. ab.

Pilotstudie: für HA, MFA & Pat. war die KI praktikabel, Anpassungsbedarf bei Schulung/Tools. Das Studiendesign war umsetzbar (Pat.-Rekrutierung, Randomisation), Outcomes u. Messinstrumente zeigten unterschiedliche Eignung.

Hauptstudie: Schulung/Tools der KI wurden geändert (Schulungsort, -inhalt), Outcomes u. Messinstrumente wurden angepasst (Adhärenz, Funktionalität). Eine Prozessevaluation ist notwendig, erfordert jedoch eine gesonderte Finanzierung.

Schlussfolgerung: Schrittweises Vorgehen erlaubt notwendige Korrekturen im Design von komplexen Interventionen und deren Evaluation. Die Umsetzung der gesamten Sequenz ist in der Forschungsrealität aus Zeit- und Ressourcengründen schwierig.


Literatur

1.
Craig P, Dieppe P, Macintyre S, Michie S, Nazareth I, Petticrew M. Developing and evaluating complex interventions: the new Medical Research Council guidance. BMJ. 2008; 337:a1655.