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Komplexe Interventionen – Entwicklung durch Austausch: 13. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

15.03. - 17.03.2012, Hamburg

“Evidence-based Medicine Guidelines”: Zur Problematik der Disseminierung eines elektronischen Point-of-Care Tools im deutschen Sprachraum

Meeting Abstract

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Komplexe Interventionen – Entwicklung durch Austausch. 13. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Hamburg, 15.-17.03.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12ebm015

DOI: 10.3205/12ebm015, URN: urn:nbn:de:0183-12ebm0157

Veröffentlicht: 5. März 2012

© 2012 Rabady et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund und Fragestellung: Die “Evidence-based Medicine Guidelines” wurden als Point of Care-Tool in Finnland entwickelt, um vor allem Allgemeinärzten rasch verfügbare Entscheidungshilfe an die Hand zu geben. Die Adaptierung der Empfehlungen an ein anderes Gesundheitssystem wird in Österreich durchgeführt und auch in Deutschland und der Schweiz verbreitet. Wir untersuchten Unterschiede in Disseminierung und Anwendung zwischen Finnland und den deutschsprachigen Ländern, um Erkenntnisse über mögliche Implementierungshürden zu gewinnen.

Methoden: Statistiken der Onlineversionen hinsichtlich Zahl der Anwender und Häufigkeit der Suchen im Jahr 2010 sowie Anwenderbefragungen hinsichtlich Akzeptanz und Verwendungsgewohnheiten wurden verglichen, und erste Hypothesen über mögliche Ursachen der Differenzen gebildet.

Ergebnisse: In den deutschsprachigen Ländern hatten im Jahr 2010 nur eine Minderheit der Allgemeinärzte einen Zugang zum Onlinetool (Österreich 30%, Schweiz 23%, Deutschland 2,1%), in Finnland 98%. Der Unterschied zwischen Finnland und den deutschsprachigen Ländern wird deutlich geringer, wenn die Zahl der geöffneten Artikel mit der Zahl der Anwender korreliert wird. In allen vier Ländern findet sich ein klarer Login-Gipfel während der Kernarbeitszeiten. Die Anwenderbefragung ergibt sehr ähnliche Bewertungen in allen vier Ländern.

Schlussfolgerungen: In Finnland besteht freier Zugang zu den EbM-Guidelines für jeden im öffentlichen Gesundheitssystem tätigen Arzt. Die Akzeptanz von Leitlinien ist insgesamt gut, es gibt wenig Ängste hinsichtlich Datensicherheit, und finnische Ärzte sind gewöhnt, online zu arbeiten. In den deutschsprachigen Ländern stehen die individualisierte Arbeitsweise in den Praxen mit vergleichsweise niedriger Akzeptanz von Standards, geringe Dichte von Internetzugänge im Praxiscomputer und die Kosten für einen Onlinezugang einer besseren Verbreitung im Wege.