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EbM & Individualisierte Medizin
12. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

24.03. - 26.03.2011, Berlin

Regulierung von Interessenkonflikten: Konzepte und offene Fragen zur Evaluation

Meeting Abstract

EbM & Individualisierte Medizin. 12. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Berlin, 24.-26.03.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11ebm91

DOI: 10.3205/11ebm91, URN: urn:nbn:de:0183-11ebm915

Veröffentlicht: 23. März 2011

© 2011 Strech et al.
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Gliederung

Text

Interessenkonflikte sind eine Quelle für Bias, d.h. von Verzerrungen und systematischen Fehlern in medizinischen Informationen und medizinischen Handlungen, die bislang wenig kritisch untersucht und kaum in Methodenvorgaben berücksichtigt wurde. Während andere Bias-Quellen (z.B. Publikationsbias) relativ einfach konsensfähig zu definieren sind, besteht bei Interessenkonflikten bereits eine Herausforderung darin, eine sinnvolle, allgemein verständliche und Praxis-relevante Definition zu entwickeln. Erst dann jedoch wird eine rationale und effektive Diskussion über geeignete Methoden der Regulierung und deren Evaluation möglich sein.

Der erweiterte Vorstand des DNEbM hat im Januar 2010 eine AG „Regulierung von Interessenkonflikten“ eingerichtet. Ziel der AG ist die Aufarbeitung und kritische Diskussion der Möglichkeiten und Grenzen für eine Evidenz-basierte Regulierung von Interessenkonflikten und nicht die Erstellung konkreter Regulierungsvorgaben.

Im April 2010 hat die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) „Empfehlungen zum Umgang mit Interessenkonflikten bei

Fachgesellschaften“ verabschiedet [1]. Ebenfalls im April 2010 hat eine weitere deutsche Autorengruppe um Prof. Klaus Lieb (Mainz) zwei im Anschluss viel diskutierte Artikel zu den Folgen der Finanzierung von Arzneimittelstudien durch pharmazeutische Unternehmen publiziert [2], [3].

Im Workshop informiert die DNEbM-AG über ein im angloamerikanischen Raum zunehmend einflussreiches Konzept zu Interessenkonflikten und ihrer Regulierung [4], [5] (20 Min; alle Min. Angaben verstehen sich inkl. Diskussion). Weiterhin werden einige der 16 Empfehlungen des 2009 publizierten Institute of Medicine (IOM) Reports „Conflicts of Interest in Medical Research, Education, and Practice“ vorgestellt und exemplarisch auf den deutschsprachigen Raum übertragen [6] (20 Min).

Abschließend werden in drei Referaten zentrale offene Fragen zu einer adäquaten Evaluation von Interessenkonflikt-Regulierungen zur Diskussion gestellt. Referenten: 1) Prof. Dr. Claudia Spies, Leiterin der Kommission „Interessenkonflikte“ bei der AWMF (20 Min), 2) Prof. Dr. Klaus Lieb (20 Min), 3) Vertreter der DNEbM-AG (10 Min).


Literatur

1.
Müller W. Empfehlungen der AWMF zum Umgang mit Interessenkonflikten bei Fachgesellschaften. GMS Mitt AWMF. 2010;7:Doc8. DOI: 10.3205/awmf000206 Externer Link
2.
Schott G, Pachl H, Limbach U, et al. The financing of drug trials by pharmaceutical companies and its consequences: part 2: a qualitative, systematic review of the literature on possible influences on authorship, access to trial data, and trial registration and publication. Dtsch Arztebl Int. 2010;107(17):295-301.
3.
Schott G, Pachl H, Limbach U, et al. The financing of drug trials by pharmaceutical companies and its consequences. Part 1: a qualitative, systematic review of the literature on possible influences on the findings, protocols, and quality of drug trials. Dtsch Arztebl Int. 2010;107(16):279-85.
4.
Emanuel EJ, Thompson DF. The Concept of Conflicts of Interest. In: Emanuel EJ, Grady C, Crouch RA, eds. The Oxford Textbook of Clinical Research Ethics. Oxford: Oxford University Press; 2008. p. 758-766.
5.
Thompson DF. Understanding financial conflicts of interest. N Engl J Med. 1993;329(8):573-6.
6.
IOM. Conflicts of Interest in Medical Research, Education, and Practice. Washington D.C.: National Academies Press, Institute of Medicine (IOM); 2009.