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EbM – ein Gewinn für die Arzt-Patient-Beziehung?
Forum Medizin 21
11. EbM-Jahrestagung

Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

25.02. - 27.02.2010, Salzburg, Österreich

Herausforderungen der Nutzung eines Registers zum Zwecke des Qualitätsmanagements am Beispiel der Invasiven Kardiologie

Challenges of Using a Registry for Quality Management in Invasive Cardiology

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Stefan Göhring - Projektgeschäftsstelle Qualitätssicherung Invasive Kardiologie, Berlin, Deutschland

EbM – ein Gewinn für die Arzt-Patient-Beziehung?. Forum Medizin 21 der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität & 11. EbM-Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Salzburg, 25.-27.02.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10ebm106

DOI: 10.3205/10ebm106, URN: urn:nbn:de:0183-10ebm1068

Veröffentlicht: 22. Februar 2010

© 2010 Göhring.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Seit 1996 wird unter der Leitung des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen (BNK) in Deutschland ein Register zur Qualitätssicherung in der invasiven Kardiologie (QuIK) geführt. Es werden von zur Zeit 123 teilnehmenden Praxen/Kliniken/Herzakatheterlaboren (HKL) alle diagnostischen Linksherzkatheter (LHK) und therapeutischen perkutanen Koronarinterventionen (PCI) erfasst. Im Mai 2009 wurde der eine millionste Fall dokumentiert.

Material/Methoden: In dem rein elektronisch organisierten Register wird ein qualitätsrelevanter Datensatz in kardiologischen Dokumentationsprogrammen oder speziellen Softwareprodukten abgebildet, während des Eingriffs erfasst und nach jedem Quartal an eine Projektgeschäftsstelle exportiert. Dort werden die Daten aller Teilnehmer zusammengeführt. Es entsteht eine Gesamtauswertung und für jeden Teilnehmer eine vergleichende Auswertung zur Gesamtgruppe.

Der gesamte Datensatz wird als qualitätsrelevant betrachtet, auf die Auswahl ausgewählter Qualitätsindikatoren wurde bisher nur in Ausnahmefällen zurückgegriffen, da diese empirisch nicht bestätigt werden konnten.

Ergebnisse: Daten zur Struktur- und Prozessqualität werden zuverlässig erfasst und ausgewertet.

In der Praxis stellt sich jedoch auch das Problem der Erhebung von Daten zur Ergebnisqualität. Während Behandlungsergebnis und Zustand bei Entlassung aus dem HKL gut zu erheben sind, tauchen bei der Beobachtung des Verlaufs Probleme auf. Patienten stellen sich nicht mehr am selben Ort vor oder sind nicht erreichbar. Nachuntersuchungen werden nicht systematisch in das Register eingegeben. Komplikationen sind selten und setzen statistischen Verfahren Grenzen. Die technologischen Entwicklungen zur Verbesserung des langfristigen Therapieerfolgs (Stents und medikamentenbeschichtete Stents) konnten das Phänomen der Restenose des behandelten Gefäßes noch nicht voll befriedigend lösen. Der Erfolg der PCI ist aber gerade aus Patientensicht entscheidend. Er kann jedoch nicht im HKL, sondern erst im langfristigen Verlauf beurteilt werden.

Schlussfolgerung/Implikation: Eine Vollerhebung zum Zeitpunkt des Eingriffs bildet die Versorgungsrealität ab. Bei der Verlaufserhebung sind Verfahren zu prüfen, mit denen systematisch Patienten über einen begrenzte Zeitperiode nachverfolgt werden, um zuverlässig schlussfolgernde Aussagen über die mittel- und langfristigen Ergebnisse der Behandlung zu treffen. Diese müssen jedoch eine Differenzierung zwischen den Leistungserbringern ermöglichen, um Anreize zur Qualitätssteigerung zu bieten (Pay for Performance).


Literatur

1.
Albrecht A, Levenson B, Göhring S, Haerer W, Reifart N, Ringwald G, Troger B. Das QuIK-Register des Bundesverbands Niedergelassener Kardiologen. Dtsch med Wochenschr. 2009;134:S208-10.
2.
Levenson B,Albrecht A, Göhring S, Haerer W, Herholz H, Reifart N, Sauer G, Troger B. 5. Bericht des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen zur Qualitätssicherung in der diagnostischen und therapeutischen Invasivkardiologie 2003–2005. Herz. 2007;32:73–84.
3.
Levenson B, Albrecht A, Kurz T, Bender A. Follow-up mit einer EDV-gestützten Qualitätssicherung im Herzkatheterlabor (QuIK). Z Kardiol. 2001;90:Suppl 2:266.