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EbM – ein Gewinn für die Arzt-Patient-Beziehung?
Forum Medizin 21
11. EbM-Jahrestagung

Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

25.02. - 27.02.2010, Salzburg, Österreich

Evaluation von Informationsbroschüren zum PSA-Screening in Österreich – Sind sie evidenzbasiert und ermöglichen Männern eine informierte Entscheidung?

Meeting Abstract

EbM – ein Gewinn für die Arzt-Patient-Beziehung?. Forum Medizin 21 der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität & 11. EbM-Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Salzburg, 25.-27.02.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10ebm071

DOI: 10.3205/10ebm071, URN: urn:nbn:de:0183-10ebm0717

Veröffentlicht: 22. Februar 2010

© 2010 Strobelberger et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die Durchführung des PSA (prostate specific antigen)-Screenings zur Früherkennung von Prostatakarzinomen ist wissenschaftlich umstritten, da Studien bis jetzt keinen klaren Netto-Nutzen dieser Früherkennungsuntersuchung belegen konnten. Trotzdem ist PSA-Screening eine der am häufigsten durchgeführten Screening-Untersuchungen. Um Männern, die PSA-Screening in Betracht ziehen, eine informierte Entscheidungsfindung zu ermöglichen, ist eine objektive Darstellung des Nutzens, des Schadens und der einhergehenden Unsicherheiten Voraussetzung.

Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Studie zeigten, dass 89% der befragten österreichischen Männer den Nutzen von PSA-Screening überschätzten. Über mögliche Risiken, wie psychische Belastung durch Überdiagnosen oder Inkontinenz sowie Impotenz infolge von Überbehandlung, waren die meisten wenig informiert. Ob die Ursache dafür an einem Mangel an objektiver Information oder einem fehlenden Zugang zu Information liegt, ist derzeit unklar.

Ziel unserer Studie ist es, alle verfügbaren österreichischen Broschüren zum Thema „PSA-Screening“ hinsichtlich ihres evidenzbasierten Inhalts über Wirksamkeit und Risiken zu untersuchen, um zu klären, ob einseitige oder fehlende Informationen in diesen Broschüren als Ursache des mangelnden Wissens österreichischer Männer über PSA-Screening in Betracht kommen könnten.

Material/Methoden: Es werden die in Österreich für Patienten verfügbaren Broschüren und Folder zum PSA-Screening gesammelt und auf ihren Informationsgehalt und ihre Eignung für eine informierte Entscheidung nach den Leitlinien des General Medical Councils geprüft. Hierfür wird eine Checkliste mit Kriterien erstellt, nach welcher die Broschüren von zwei Personen unabhängig voneinander bewertet werden. Nutzen, Schaden sowie vorhandene Unsicherheiten sollten dargestellt sein.

Ergebnisse: Die Ergebnisse dieser Studie sind derzeit noch nicht verfügbar. Diese werden im Rahmen der Posterpräsentation vorgestellt.

Schlussfolgerung/Implikation: Erst nach Vorliegen der Ergebnisse können konkrete Schlussfolgerungen gezogen werden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass es zu zwei möglichen Ergebnissen kommen kann.

Einerseits könnte sich zeigen, dass die in Österreich vorhandenen Broschüren und Folder zum PSA-Screening nicht ausreichend über Nutzen, Schaden und vorhandene Unsicherheiten informieren.

Andererseits könnten diese Informationen zwar vorhanden sein, aber von den Patienten nicht richtig verstanden werden, wodurch die enorme Überschätzung des Nutzens des PSA-Screenings erklärt werden könnte.