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Evidenz und Entscheidung: System unter Druck
10. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

05.03. - 07.03.2009 in Berlin

Bewertung des Informationspaketes „Wechseljahre“ des IQWiG

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Bettina Berger - Institut für Transkulturelle Gesundheitswissenschaften, Europauniversität Viadrina, Frankfurt (Oder), Deutschland
  • author Veronika Elisabeth Müller - Arbeits- und Koordinierungsstelle Gesundheitsversorgungsforschung, Universität Bremen, Bremen, Deutschland
  • author Petra Kolip - Institut für Public Health und Pflegewissenschaften, Universität Bremen, Bremen, Deutschland
  • author Norbert Schmacke - Arbeits- und Koordinierungsstelle Gesundheitsversorgungsforschung, Universität Bremen, Bremen, Deutschland

Evidenz und Entscheidung: System unter Druck. 10. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Berlin, 05.-07.03.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09ebmP5.2

DOI: 10.3205/09ebm065, URN: urn:nbn:de:0183-09ebm0650

Veröffentlicht: 4. März 2009

© 2009 Berger et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund

Mit den Informationen auf der Homepage www.gesundheitsinformation.de des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) stehen seit 2004 in Deutschland kostenlos neutrale und evidenzbasierte Patienteninformationen (EBPI) zur Verfügung. Wie diese Informationen von den potentiellen Nutzerinnen beurteilt werden, hat die Arbeits- und Koordinierungsstelle Gesundheitsversorgungsforschung Bremen im Auftrag des IQWiGs am Beispiel ihres Informationspaketes zu den Wechseljahren untersucht.

Fragestellungen

Welche Informationsbedürfnisse und Entscheidungskonflikte haben derzeit Frauen in den Wechseljahren? Wie wird das Informationspaket „Wechseljahre“ des IQWiG von den Frauen wahrgenommen? Werden die wahrgenommenen Informationsbedarfe und Entscheidungskonflikte mit dem Informationspaket bedient? Werden die Informationen und Entscheidungshilfen verstanden? Welche Fragen bleiben ungeklärt?

Methoden

Zwischen 11/2007 und 4/2008 wurden 41 leitfadengestützte Interviews auf Grundlage eines heterogenen Samples in Ballungszentren und strukturschwachen Regionen zweier Bundesländern durchgeführt, aufgezeichnet, transkribiert und mittels Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.

Ergebnisse

39 Transkripte konnten ausgewertet werden. Auswertungskategorien wurden auf Grundlage der Fragestellungen und den Haltungen der Frauen entwickelt. Folgende relevanten Ergebnisse werden präsentiert:

  • die positive Resonanz auf das ausführliche und hilfreiche Informationsangebot mit seinen unterschiedlichen Formaten
  • die Unvertrautheit evidenzbasierter Informationsformate und von Instrumenten zur Unterstützung einer eigenständigen Entscheidungsfindung (Entscheidungshilfen)
  • die Limitierungen schriftlicher Informationsangebote für Nutzerinnen mit einer eher erfahrungsbezogenen Informationssuche und -verarbeitung
  • das durch das Informationspaket teilweise unbefriedigt gebliebene Bedürfnis nach Informationen zu Selbstmanagement und -hilfe sowie komplementären Therapieverfahren.

Schlussfolgerung/Implikation

Nutzerinnen lassen sich zum großen Teil auf Grund der als neutral wahrgenommenen Informationen überhaupt auf die ausführlichen Informationsangebote dankbar ein. Für erfahrungs- und beziehungsbezogene Informationssuchende sollten weitere kommunikative Formen der Informationsvermittlung geprüft und in das Gesamtkonzept der Bereitstellung von EBPI integriert werden. Eine nutzerinnenorientierte Überarbeitung der Materialien ist auf Grund der differenzierten Evaluationsergebnisse möglich.


Literatur

1.
Mayring P. Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. Weinheim, Deutscher Studien Verlag; 2000.