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Evidenz und Entscheidung: System unter Druck
10. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin

Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e. V.

05.03. - 07.03.2009 in Berlin

Evidence-basierte Leitlinie zur Mundpflege

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Gero Langer - Martin-Luther-Universität, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Halle (Saale), Deutschland
  • author Waltraud Tappeiner - Südtiroler Sanitätsbetrieb, Bozen, Italien

Evidenz und Entscheidung: System unter Druck. 10. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin. Berlin, 05.-07.03.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09ebmP2.2

DOI: 10.3205/09ebm041, URN: urn:nbn:de:0183-09ebm0411

Veröffentlicht: 4. März 2009

© 2009 Langer et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund

Die Projektgruppe „Evidence-based Nursing Südtirol“ hat sich zum Ziel gesetzt, mit hohem methodischen Anspruch Leitlinien zu entwickeln. Eine erste Leitlinie zur Mundpflege wurde erstellt und implementiert.

Methoden

Die Leitliniengruppe sammelte zunächst patientenrelevante Interventionen und Outcomes, um diese Fragestellungen anschließend zu priorisieren. Mittels einer sensitiven Suchstrategie wurde relevante Literatur identifiziert und zu Systematischen Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen verarbeitet. Sowohl die Bewertung der Evidence als auch die Ableitung von Empfehlungen erfolgte mit Hilfe von GRADE. Die Leitlinie wurde in ganz Südtirol implementiert und wird mittels eines Prae-Post-Designs evaluiert.

Ergebnisse

Die Mundpflege-Leitlinie umfaßt Patienten, die ihre Mundpflege gar nicht oder nur teilweise selbst selbst durchführen können, sowie Patienten mit Chemotherapie und/oder Bestrahlung im Kopf- und Halsbereich. Die von der Leitliniengruppe identifizierten Interventionen und Outcomes wurden von Mitgliedern des Cochrane Consumer Networks ergänzt. Insgesamt wurden bei der Recherche mehr als 3000 randomisierte kontrollierte Studien gefunden, von denen 22 eingeschlossen werden konnten. Zu allen als patientenrelevant eingestuften Fragestellungen wurden Empfehlungen abgegeben, die mangels Studien teilweise auf Expertenwissen basierten – dies wurde in der Leitlinie ebenso wie die Qualität der Evidence und die Stärke der Empfehlung bei jeder Empfehlung optisch hervorgehoben. Zur Implementierung wurden alle Stationsleitungen Südtirols geschult. Die Evaluation erfolgte auf Patienten- und Mitarbeiterebene mittels Interview und schriftlicher Befragung.

Schlussfolgerung/Implikation

Auch wenn methodisch gute Leitlinien nur mit einem gewissen Aufwand erstellt werden können, scheint dies ein sinnvoller Weg, um einheitliche Interventionen für verschiedene Indikationen zu empfehlen; zusätzlich werden durch die zentrale Erarbeitung der Leitlinien Ressourcen gespart, die sonst jede einzelne Institution bei der Erstellung, implementierung und Evaluation zu tragen hätte.


Literatur

1.
Projektgruppe Evidence-based Nursing Südtirol/Alto Adige. Leitlinie Mundpflege. 2008. Verfügbar unter: http://www.ebn.bz.it/ Externer Link
2.
Schunemann HJ, Fretheim A, Oxman AD. Improving the use of research evidence in guideline development: 1. Guidelines for guidelines. Health Res Policy Syst. 2006;4:13.
3.
Kunz R, Lelgemann M, Guyatt GH, Antes G, Falck-Ytter Y, Schünemann H. Von der Evidence zur Empfehlung. In: Kunz R, Ollenschläger G, Raspe H, Jonitz G, Donner-Banzhoff N, Hrsg. Lehrbuch Evidenz-basierte Medizin in Klinik und Praxis. 2., überarb. u. erw. Aufl. 2007.